Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
Seite
55
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Thalberg. Drouet, Brief an Klingemann. 55

diese Gelegenheit zu geben und sonst für ihn zu thun, wasDu irgend Gutes kannst, darum bitte ich Dich nun herzlich.Schon um deswillen, weil er gar kein Wesen von sich macht,keinen blauen Dunst, kerne grauen Zeitungsartikel und der-gleichen, möchte ich, dass es ihm gelänge,damit die Heidenerkennen, dass sie Menschen sind", sagt König David; aberwenn Du ihn nun spielen hörst, diese unglaubliche Vollendung,diese ganz und gar durchgebildete Virtuosität, diesen ent-zückenden Ton und dabei diese Unfehlbarkeit und Ruhe, soweisst Du den Hauptgrund, warum ich möchte, dass es ihmin Berlin gelänge^ und warum ich ihn Dir recht an's Herzlege (nur bildlich natürlich, Hensel sticht mich gleich todt).

Ich schreibe in grosser Eil', nächstens besser; für heutnur dies: nimm Drouet gut auf und denk' vergangener Zeitenund freue Dich über ihn wie ich und behalte mich ganzviel lieb."

Felix M.

Aus einem Brief von Fanny an Klingemann, den 30stenNovember 1838:

Meine Schwester hat ihr jüngstes Kind, 13 Monat

alt, einen schönen Knaben, verloren, und selbst an nicht ge-fährlichen, aber so schweren Leiden, an nervösen Gesichts-schmerzen darnieder gelegen, so lange, so hart, vor und nachdem Tode des Kindes, dass wir all unsern Muth zusammen-nehmen mussten, den Jammer nur mit anzusehen. Ich erspareIhnen das Detail alles dessen, was wir in dieser trüben Zeitgelitten; dem Schmerz um das liebe Kind hat dies bittere,körperliche Leiden, bei dem die Aermste rasete und im Bettegehalten werden musste, auch seinen schärfsten Stachel ge-nommen, sie ist ganz ergeben und ruhig und liebenswürdig inihren Leiden. Auch hat ihr die Liebe der Ihrigen mannig-fachen Trost bereitet; mein lieber Mann hat das Kind nachseinem Tode zweimal gezeichnet und dann in Oel gemalt.Besonders eine der Zeichnungen ist so überaus gelungen, sowunderbar ähnlich, dass ich wohl sagen kann, sie hat einengrossen Trost darin gefunden. Auf die erste Nachricht vom