Verlobung von Felix.
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perament, war diese Frau wie geschaffen; mit ihrer mildenHeiterkeit hatte sie den wohlthätigsten Einfluss auf ihn, wieihn keine anders geartete Natur hätte haben können undbereitete ihm bis zu seinem Ende Jahre des ungetrübtestenGlücks.
Er hatte zu Anfang manche Vorurtheile zu überwinden.Cecile hat einmal an Fanny geschrieben, dass sie sich früherFelix nie anders denken konnte, als einen höchst steifen ekligenalten Mann, der keinen Menschen neben sich bestehen lasseund mit einem Sammetkäppchen auf dem Kopf langweiligeFugen spiele. Nun, dieses Vorurtheil zu überwinden, wurdeFelix nicht schwer; das schwand natürlich, sobald er sichzeigte. Mit der Tochter wurde er sehr bald vertraut und sieerwiderte seine Liebe auf das innigste; aber auch die übrigenmassgebenden Personen der Familie gewann er sich schnell.
Inzwischen ging er, ehe er sich formell erklärte, einerin Düsseldorf getroffenen Verabredung zu Folge, als BegleiterSchadows ins Seebad nach Scheveningen. Zugleich wollte erdie Festigkeit seiner Neigung durch längere Entfernung aufdie Probe stellen. Dass er während dieser Trennung ziemlichdesperat war, ist wohl erklärlich —• es spricht sich in allenseinen Briefen aus dieser Zeit aus.
Felix an Rebecka.
Frankfurt a. M., 24. Juli 36.
„Ehe ich hier nach meinem Bade abreise, muss ich Dirdoch einmal in Dein Bad hineingeschrieben haben*), obwohlich grade jetzt ein schlimmer Correspondent bin, aber es darfnicht gesagt werden, dass ich Dir zu irgend einer Zeit nichtgeschrieben habe. Diese Zeit ist sonderbar. Ich bin so ent-setzlich verliebt, wie noch niemals in meinem Leben und ichweiss nicht, was ich anfangen soll. Uebermorgen soll ichvon Frankfurt abreisen, mir ist aber, als kostete, das den Hals,
*) Franzensbad. S. oben.