Druckschrift 
2 (1880) 1835 - 1847
Entstehung
Seite
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Verlobung von Felix.

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endlich, im September, kam denn ancli der richtige Briefträgerund brachte der Mutter die langersehnte Nachricht, dass ihrletztes Kind auch die ihm beschiedene Frau gefunden habe,und diese Nachricht lautete:

Frankfurt a.M., 9. Sept. 1836.

Liehe Mutter!

In diesem Augenblick, wo ich wieder in mein Zimmertrete, kann ich nichts andres tliun, als an Dich schreiben,dass ich mich eben jetzt mit Cöcile Jeanrenaud verloht habe.Mir schwindelt der Kopf von dem, was ich an diesem Tageerlebt habe, es ist schon tief in der Nacht, ich weiss weiternichts zu sagen, aber ich musste noch an Dich schreiben. Wieist mir so reich und glücklich. Morgen, wenn es irgend seinkann, schreibe ich Dir ausführlich, und womöglich auch meineliebe Braut.

Dein Brief liegt eben da, ich hab' ihn geöffnet, um zusehen, dass Ihr wohl seid, aber noch nicht lesen können. Lebtwohl und mir immer nah."

Felix.

1836 war Mendelssohn auf vertraulichem Wege die Direk-tion des Cäcilienvereins in Frankfurt a. M. angeboten worden,da Schelble, der Gründer und zeitherige Dirigent desselben,schon längere Zeit krank war und das Institut aus Mangel aneinem tüchtigen Oberhaupt einzugehn drohte. Er erklärte nungleich aufs Bestimmteste, dass er unmöglich daran denkenkönne, an Schelble's Stelle, falls dessen Aufkommen nicht zuhoffen wäre, die Direktion zu übernehmen, dazu war ihm dieeben angetretene Stellung in Leipzig viel zu lieb; aber, wennnoch Aussicht wäre, dass Schelble wieder gesunden, etwa sichdurch eine Reise stärken und dann zum nächsten Winter dieLeitung des Cäcilienvereins wieder übernehmen könnte, sowolle er seinen Sommer mit Vergnügen dazu benutzen, einst-weilen das Institut im Gang zu erhalten. Er sah dies als