Kebecka in Leipzig.
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gedacht, dass ihm die Liehe so gut kleiden würde, er sei garzu liebenswürdig. So verlängerte sich denn ihr Aufenthaltvon einem Tage zum andern; und endlich ging es noch so,wie sie selbst beschreiben mag:
Leipzig, den 4ten Oktober.
„Gestern stehe icli absichtlich recht früh auf, um Direndlich einmal einen ordentlichen, vernünftigen Brief zu schrei-ben, Dir für Deine Liebenswürdigkeit zu danken, dass Du mir,während Du Deine betrübten Eltern aufzuheitern beschäftigtbist, hier gute Tage gönnen und verlängern willst, will Dirauseinandersetzen, wie Felix am Sonnabend seiner eklichenWirthsleute wegen aus- und wieder zu Pensa's hinziehen muss,wo kein Platz für uns ist, ich also noch einmal delogirenmuss, wie icli gern, ehe Du nach Berlin kommst, die Wohnungfix und fertig einrichten wollte etc. etc., und wie ich ausallen diesen Gründen nicht Deinen gütigen Urlaub benutzen,sondern abreisen will; drei Seiten habe icli vollgeschrieben, dakommt Felix herein, Guten Morgen, Beckchen! Guten Morgen,Felix! — Na, Du bleibst hier bis Diriclilet kommt, Dich holen?Ich: Nein, ich habe es eben an Diriclilet geschrieben, dass esnicht geht. F elix: Wo ist der Brief? Ich: Da liegt er, willstDu schon wieder lesen? Felix: Nein — geht an den Tisch,nimmt den Brief und zerreisst ihn in tausend Stücke. — —Ich war davon so perplex, dass ich den ganzen Tag nichtwieder schreiben konnte und weiss noch heut nicht, was ichanfangen soll; ich fürchte, acht Tage im Hotel werden michganz ruiniren: mein Grundsatz ist nun zwar, mit guten Tagennicht zu geizen, und es ist hier sehr angenehm, Felix enormliebenswürdig, spielt mir sehr viel vor, wir haben so schreck-lich viel zu plaudern, mid Felix ist so gut, meine Gesellschaftwenigstens wie einen kleinen Trost für die Trennung zu be-trachten. David sagt auch, acht Tage wären gar keine An-wesenheit, vierzehn Tage wären erst eine Woche und derglei-chen. Wie gesagt, ich weiss noch nicht, was ich anfangen soll.
In meinem gestrigen Brief stand noch Vieles, was nun