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Das Jahr 1835.
Nachts waren die Reisenden angekommen, und Hensels wur-den Morgens mit der frohen Nachricht geweckt. Nun wurdeeine Ueherraschung für die Eltern bereitet; die ganze Gesell-schaft zog aus der Gartenwohnung über den Hof nach vorn.Der Flügel wurde hinübergeschafft und es ging an's Musiciren.Die Nachricht verbreitete sich in der Stadt hei den Freunden,und die zwei Tage hindurch war das munterste, lebhaftesteTreiben. Beide spielten wunderschön; Abraham, der fast ganzblind war, verwechselte hei einem vierhändigen Stück dieBeiden, und wunderte sich über Felixens etwas zierliches Spiel,sowie über Moscheies' lebhafte Natürlichkeit, und erst als sieaufstanden, bemerkte er seinen Irrthum. Am zweiten Abend,unmittelbar vor Moscheies' Ahreise phantasirten sie vierhändig;als die Zeit der Abfahrt da war, unterbrach Felix Moscheiesdurch das Schnellpostsignal; darauf nahm Moscheies in einemrührend feierlichen Andante Abschied, wurde abermals durchdas Signal unterbrochen und nun schlössen beide zusammen.Ahraham erzählte noch in den nächsten Wochen hiervon gernund gut. Am andern Morgen fuhr Felix nach Leipzig zurückunter dem Versprechen, Weihnachten wiederzukommen. Abra-ham sagte noch hei der Gelegenheit: „Das darf man jamenschlicher Weise hoffen zu erleben" — und Felix hatte denVater zum letzten Male gesehen.
Es folgte noch eine muntere Zeit. Der Sänger Hauserkam nach Berlin, den Ahraham sehr gern hatte, und ofthörte. Fanny gab eine sehr brillante Sonntagsmusik, beider ihr Vater meinte, die Sache sei so gross und hochangefangen, sie könne sich nicht so halten. Am 14ten Novemberwar Fannys Geburtstag, der vergnügt gefeiert wurde.
Es ist (S. 33) erwähnt worden, dass die letzten Tage MosesMendelssohns durch eine litterarische Fehde, deren GegenstandLessing war, ausgefüllt wurden. Ein eigenthümlicher Zufallwollte es, dass auch Ahraham etwas Aehnliches begegnete.Kurz vor seinem Tode am löten November hatte er eineUnterredung mit Herrn v. Varnhagen, in welclieEdieser einigejunge deutsche Schriftsteller auf Kosten von Lessing ausser-ordentlich hoch stellte und lobte. Es entstand daraus ein