Die Schweizer Reise.
Am 6. Juli 1822 unternahm Abraham M. B. mit der gan-zen Familie eine Reise nach der Schweiz. Die Gesellschaftbestand aus den Eltern, den 4 Kindern im Alter von 16, 13,11 und 9 Jahren, dem Hauslehrer Heyse, einem Dr. Neuburg',nebst einigen Dienstboten. In Frankfurt a. H. gesellten sichnoch zwei sehr geistvolle muntere junge Mädchen hinzu Marianneund Julie Saaling die nachherige Frau Heyse's. Eine solcheReise war damals etwas ganz Aussergewölinliches. Eine Reihesehr ausführlicher Briefe von Fanny an eine Freundin gerich-tet, schildert uns die Erlebnisse auf das Anschaulichste. Gleicham ersten Reisetage — von Berlin bis Brandenburg — fielein kleines Reiseabenteuer vor: Felix wurde in Potsdam ver-gessen. In jedem Wagen glaubte man bei der Abfahrt, er be-finde sich in dem andern und erst auf der ersten Station hinterPotsdam, Grosskreuz, 3 starke Meilen entfernt, bemerkte manseine Abwesenheit. Der Hauslehrer fuhr sogleich zurück unddie Gesellschaft hatte sich auf 4—5 Stunden Aufenthalt gefasst ge-macht, indess schon nach Verlauf einer Stunde kam Heyse mitdem verlorenen Sohn wieder an: er war in Potsdam geradegekommen, als die Wagen abgefahren waren, und lief sogleichnach, auf der Chaussee lange zwar den Staub der Wagen imAuge behaltend, aber nicht im Stande, sie zu erreichen. Indes-sen wanderte er immer fort und hatte sich vorgenommen, nachBrandenburg zu folgen. Ein Bauernmädchen gesellte sich zu