Abraham Mendelssohn Bartholdy.
Abraham Mendelssohn*), dem zweiten Sohne von Moses,war es vorbehalten, dem Namen wieder einen neuen undgrösseren Glanz zu verleihen, und zwar in seinem SohnFelix. Daher das bescheiden-humoristische Wort, was er ge-sprochen: „Früher war ich der Sohn meines Vaters, jetztbin ich der Vater meines Sohnes." Dieser Ausspruch istcharakteristisch für ihn: er bildet allerdings ein Mittel- undVerbindungsglied zwischen dem festen Judenthum Moses' unddem innigen Christentimm Felix' und Fanny's, zwischen derphilosophischen Weltanschauung des Vaters und der künst-lerischen der Kinder; aber er war selbst eine harmonische, insich ausgebildete, markige Natur; es war nichts Epigonen-haftes in ihm.
Ueber seine Jugend bis zum Anfang dieses Jahrhundertsfehlt es an Nachrichten; im Jahr 1803 finden wir ihn imFould'schen Comptoir in Paris als Kassirer. Er wird hierhäufig mit seiner Schwester Henriette in ihrem traulichenGartenhaus in der Rue Richer über seine Zukunft und seineLebenspläne gesprochen haben, und es ist höchst wahrschein-lich, dass es Henriette war, die seine. Gedanken auf Lea oderLilla Salomon**), ihre intime Freundin, lenkte. Diese lebte inBerlin in angenehmen Verhältnissen und ausgebreiteter Ge-selligkeit. G. Merkel, der genau mit der Salomon'sclien Familie
*) geboren den 11. December 1776.
**) geboren den 26. März 1777.