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Das Jahr 1835.
schädigen sollte. Da kam ein dringender Brief ans Berlin:Hensels Mutter war bedenklich erkrankt und er wurde schleunigstzurückgerufen, wenn er sie noch einmal sehn wollte. Henselsreisten sofort ab, über Leipzig, wo sie Felix trafen, der in-dessen dorthin übergesiedelt war, und erreichten am 27stenSeptember Berlin. Hensel fand seine Mutter noch am Leben,indess am 4ten Oktober starb sie. Ihr Tod war ein schonlängst erwarteter und für die alte Frau beinahe als eine Wohl-that anzusehn. Doch war er der Vorläufer eines andern, der,plötzlich und ungeahnt eintretend, die ganze Familie schwertreffen sollte. —
Felix hatten wir verlassen, als er seine Stelle in Düssel-dorf definitiv antrat, im Herbst 1833 und sahen eben, dass erim Herbst 1835 von dort nach Leipzig gegangen war. Diesezwei Jahre waren sehr fleissige und zugleich sehr lustige inseinem Leben. Alles, was sich sein Vater von der Düssel-dorfer Stellung versprochen hatte, ging in vollem Mass inErfüllung, ja, es wurde noch übertroft'en. Felix' Stellung wareine dreifache. Erstens war er Dirigent des gesammten städti-schen Musikwesens, das theilweis erst im Entstehen, theilweisin einem chaotisch verwirrten, veralteten Zustand war. Damitinnig zusammen hing die Leitung der Musik zu den kirchlichenFeierlichkeiten in der fast ganz katholischen Stadt. Gleich zuAnfang ereignete sich die aus den Felix'schen Briefen*) bekannteGeschichte mit dem früheren Leiter dieser Kirchenmusiken:„ Ein ganz alter, verdriessliclier Musikant mit einem schabigenKock wurde vorgeladen, erschien und als sie ihm auf den Pelzfuhren, sagte er, er werde und wolle keine bessere Musik ma-chen, wollten wir es besser haben, so möchten wir es einemAndern geben. Er wisse wohl, dass man jetzt viel Ansprüchemache, es solle jetzt Alles schön klingen, das sei zu seinerZeit nicht gewesen und er mache es noch eben so gut wiedamals. Da wurde es mir wahrhaftig schwer, ihm die Sacheabzunehmen, wiewohl es die Andern gewiss besser machenwerden, aber ich dachte mir so, wenn ich in fünfzig Jahren
*) Brief an Rebecka. 26. Oktober 1833.