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1830—1834
fand, setzte sich Mme. Malibran, sang ein spanisches Lied,dann auf Felix' Bitten noch zwei andere, dann ein englischesRuderlied und ein französisches Tambomiied. Wenn sich hier-nach an den Fingern abzählen lässt, dass diese Frau (J. P.Schmidt würde sie unbedenklich unsere geniale M. M. nennen)in vier Sprachen (italiäniscli versteht sich von selbst) singen -kann, so geht daraus ebensowenig, wie aus dem, was ich dar-über schreiben kann, auf irgend eine Weise hervor, welch einStrömen, Sprudeln, Brausen von Kraft und Geist, von Launeund Uebermuth, von Leidenschaft und Esprit, welche Keckheitund Sicherheit der Mittel diese nun auch mir aufgegangeneFrau in den kleinen Gesängen entfaltete. Dieselbe Kehle sangspanische Glut, französische wieder an Natur gränzende Co-quetterie, englische ungehobelte Derbheit und wiederum fran-zösischen, etwas gottlosen, aber frischen, lauten Mutli so ent-schieden cbarakterisirt, national und doch wieder aus ihr selbsthervorgehend; sie liebte, schmachtete, ruderte und trommeltemit so wunderbarer Sicherheit, mit so iibermuthiger Beherr-schung und Verschwendung aller ihrer unerschöpflichen Mittel,dass man wirklich von ihr sagen kann: sie sang Lieder ohneWorte, sie sang Gefühle, Stimmungen, Situationen. Es warwieder einmal ganz etwas Neues und ich gönnte es Euch wohleinmal, sie zu hören. Felix, der sich mit Recht, oder dochwenigstens mit Anstand weigerte, nachher zu spielen, holte sieaus dem Nebenzimmer und zwang ihn an's Klavier, und soimprovisirte er denn über die eben von ihr gesungenen Liederzu allgemeinem Ergötzen und, wie es mir schien, sehr gut.Sie sang darauf noch zwei spanische Lieder und endlich, mitzwei Töchtern des Hauses und Accompagnement von Felix, dasTrio aus dem Matrimonio ganz unvergleichlich.
Den 9ten Juli.*) „Gottlob und Dank und Dir, liebe Re-becka, Glück, Segen und Gedeihen. Du hast Deine Sache vor-trefflich gemacht und ich freue mich sehr. Diriclilet gratulire
*) Es war die Nachricht gekommen, dass Rebecka am 6teuihr erstes Kind bekommen hatte. Ueber ihre Verheirathung mitdem Mathematiker Professor Diriclilet siehe unten Seite 348 ff.