Greenwich Hospital und Les Invalides.
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den London, sondern bin ganz besonders zweimal aufs Leb-hafteste an ihn erinnert worden, in Greenwich und Portsmouth.In ersterem Orte nahmen wir unser Mittagbrod in einem überder Themse belegenen Wirthshaus in einem Zimmer ein, dessenVorderwand lauter Fenster waren, und übersahen die Themsenach allen Richtungen. Diesmal war unter den Mitspeisendenmein majorenner Sohn, welchen ich in Flors Hof im kleinenRollwagen umlierfulir, Du fehltest, Gottlob nur eben im Augen-blick, viele andere leider! für immer. Die Zeit war eine andere,aber die Themse erfrischte, wie dort die Elbe, durch ihre reine,scharfe Luft, und unzählige grosse und kleine Schiffe, vom Dampf,vom Winde, oder vom Ruder getrieben, geben Leben und Bewe-gung in fast lautloser Stille, was eben der Schifffahrt einen so eige-nen, beruhigenden Reiz verleiht. Alte Matrosen aus dem Hospital,junge Schiffer, Volk aller Art war unter unserm Fenster amQuai versammelt, hin und wieder lustig die Abfahrenden undAnkommenden begriissend, meist aber still in's Wasser schauend.Tausend Sujets zu Marinebildern folgten einander, und wennich mir manche Ursachen denken kann, warum die Engländerüberall keine Künstler haben, so bleibt es mir unbegreif-lich, warum sie auch keinen Marinemaler haben, oder gehabthaben. —• — —
D. 7ten. Ich will versuchen mich wieder in Greenwichhineinzuschreiben, um dann morgen von unsrer letzten Reiseerzählen zu können. Les Invalides und Greenwich Hospital re-präsentiren Frankreich und England, Armee und Marine. DieEinen in wildem, unstätem Leben, häufig unter den empörend-sten Schandthaten, unter Unsittlichkeiten jeder Art, unterGrausamkeiten und Bedrückungen weit über die Selbstver-theidigungsnoth hinaus verlängert, alt, aber nicht ruhig gewor-den, von der ganzen Umgebung, Trophäen, Fahnen, Kanonen,die sie in der Regel nicht einmal selbst erbeutet, aufgeregt,lebendig, wissbegierig und daher fleissigere Besucher der Bi-bliotheque des Invalides als der Kapelle derselben — die Andern,ganz Resultat des Elementes, auf welchem sie ihr Leben ver-bracht, des engen Raums, der ihre Welt, der harten Arbeit,die ihr Loos, der fürchterlich despotischen Disciplin, die ihre
Die Familie Mendelssohn. I. 22