306
1830—1834.
wir sprachen französisch), aus einer dunkeln Allee tauchte aufeinmal Hensel's Portrait von Ringseis auf, dem ich mich derAehniichkeit wegen vorstellen liess und der freundlichst nachAllen fragte, rechts von mir sprachen sie russisch, die schönstenBürgermädchen in Ringelhäubchen gingen unter den grossenBäumen, weiter oben im Kreis sass der österreichische Gesandteund die Frau von So und so und Baronin So und so und Saphirohne Halsbinde, auch eine Menge ernsthafte Professoren, süsseOffiziere, Posaunen und Trompeten für die Studentenlieder zurBegleitung — kurz, das Fest war gelungen und bunt. Ichging allein nach Hause, kannte den Weg nicht, ging keckquer in's Korn hinein, nach der Richtung, wo ich mir die Stadtdachte, hörte noch von weitem die Tanzmusik und so, auf demFussweg, unter dem hellsten Sternenhimmel zwischen demKorn im fremden Lande zu wandern, war doch gar zu hübsch.Der Weg führte mich auch ganz recht, ich kam an einenhohen Damm, der an den Ufern der Isar nach der grossenBrücke zu führte; der Fluss rauschte tüchtig und vor mir lagendie Lichter von München ausgebreitet; hinter mir glänztenimmer noch die Lampen und Lichter des Balles; es ist da vielan Euch gedacht worden. — Aber ich bin heut sehr geschwätzigund vergesse über eins das Andere; denn ich wollte eigentlichnicht vom Ball und meinem einsamen Nachhausegehen sprechen,auch nicht von den Bürgermädchen in silbernen Hauben, son-dern ich wollte erzählen, wie man mich der Schottin vorstellte,wie ich den ganzen Abend englisch mit ihr sprach, wie ichmich heut morgen höflich bewies und wie wir uns aus Zufallwieder begegneten. Die Schottin also —
Felix."
Von München ging er über Wien, Venedig und Florenznach Rom, wo er den grössten Theil des Wülfers verblieb,dann nach Neapel; die beabsichtigte sicilianisclie Reise gestat-tete sein Vater nicht. Nach abermaligem Aufenthalt in Romund Florenz ging die Rückreise über Genua und Mailand nachder Schweiz, die er im furchtbarsten Wetter grossentheils zu