Briefe Abraham's aus Paris.
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Abraham Mendelssohn war nach Paris gereist, und mögeneinige seiner Briefe an Lea hier eine Stelle finden:
Paris, 13. Jnli 1830.
„Ich möchte Euch gern eme andre, als die trockene Nach-richt, dass ich gestern Abend um 11 hier angelangt bin, geben;allein ich kann nicht. Ich bin so ermüdet von allem, was ichseit diesem Morgen bereits gethan, gesehn und gesprochen, dassmir die Sinne vergehn. Also ich bin hier; jede Einfahrt inParis ist ein wichtiger und merkwürdiger Abschnitt im Leben,und wie alt, kalt und abgespannt einer auch sei, er muss denletzten Best seiner Kräfte hergeben, um mit allen Sinnen sichzu freuen, dass er in Paris ist. Bist Du liberal — die Wahlenfallen alle antimmisteriell aus; bist Du ein Ministerieller —gleich werden die Kanonen wegen der Eroberung von Algiergelöst; bist Du ein Philosoph (ich nämlich bin keiner), so wirdDir heute Mittag Gustav Eichthal die neuen theosophisch-industriellen Systeme expliciren; bist Du ein Kaufmann, sokehrst Du eben von dem allerwunderwürdigsten Monumentezurück, welches der Beichtlium sich je und irgendwo in derWelt selbst gesetzt hat, von der Börse, an welcher übrigensauch die Damen jetzt Theil nehmen können — und nehmen;bist Du Eike Bobert, so kaufst Du Dir einen der 1500 MilleHüte, welche Dir zu Gebote stelin; und bist Du endlich derS'tadtratli Mendelssohn Bartlioldy, so tliüst Du dasselbe, da dereinzige Fehler, der Paris verunstaltet, der ist, dass Mützennicht tolerirt werden. Sie haben da «etwas von bonnet roucjesagen hören und lassen daher niemand mit einem bonnet bleu,nur an den Tuileriengarten; mit der Nachtmütze ginge esvielleicht, weil das ein bonnet blanc oder blanc bonnet ist. (Amallerwenigsten ginge es wohl mit einer Mütze aus allen diesendrei Farben.) Du willst Dich etwa, ohne aus dem Hotel desPrinces zu gehn, im Klavierspiel oder der Komposition vervoll-kommnen, und ich habe beides nötliig, da ich ein wenig aufder Eeise aus der Uebung gekommen, — Herr KapellmeisterHummel und Herr Meyerbeer wohnen Wand an Wand mitDir. —