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Abraham Mendelssohn Bartholdy.
kam ilim doch viel darauf an, die grossen Talente, die in sei-ner Tochter ruhten, vollkommen zu entwickeln, und Lea wardarin ganz mit ihm einverstanden. So lernte auch Fanny Ge-neralbass, hatte Unterricht in der Kompositionslehre und warim Klavierspiel in vielen Beziehungen dem Bruder ebenbürtig.Von ihrem ungewöhnlichen musikalischen Gedächtniss legte sieim Jahre ISIS als 13 jähriges Kind eine glänzende Probe ab,indem sie zur Ueberrascliung für den Vater 24 Bach'sehe Prä-ludien auswendig lernte. Charakteristisch für diesen ist, wasHenriette darüber schreibt: „Fanny's Meisterstück, 24 Präludienauswendig zu lernen, und Ihre Beharrlichkeit, liebste Lea, sieeinstudiren zu lassen, haben mich starr und stumm vor Er-staunen gemacht, und ich habe nur die Sprache wiedergefunden,um allen Menschen dies grosse Gelingen mitzutlieilen. Nach-dem ich aber Ihnen und Fanny meine ungetheilte Bewunde-rung zuerkannt, nruss ich doch gestehen, dass ich das Unter-nehmen strafbar finde; die Anstrengung ist zu gross, sie hätteleicht schädlich werden können, man sollte das ausserordent-liche Talent Ihrer Kinder bloss leiten, nicht treiben. PapaAbraham ist aber ungenügsam, das Beste ist ihm eben gut genug.Mich dünkt, ich sehe ihn, während Fanny spielte, in der Seelevergnügt und zufrieden, und doch wenig äussernd. Die Kinderwerden's ihm aber bald abmerken, dass sie sein Stolz und seineFreude sind, und sich die stoischen Mienen nicht sein 1 zu Her-zen nehmen." — Dies ausgezeichnete, musikalische Gedächtnissverliess Fannj r auch in späteren Jahren nicht, und sie verfügtez. B. während des Aufenthalts in Rom, wie wir sehen werden,über ein sehr reichhaltiges Repertoir von Bach, Beethoven undfast allen klassischen deutschen Meistern, was ihr sehr nützlichwurde, da Noten dort garnicht zur Hand waren.
Den Unterricht in wissenschaftlicher Hinsicht übernahmenanfangs die. Eltern selbst; aber auch hierin sollte dem Vater— nach Henriette's treffendem Ausdruck — „das Beste ebengut genug sein," *) und wie er in musikalischer Beziehung
*) Citat aus Göthe's italienischer Reise, demnächst geflügeltesWort geworden.