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1 (1880) 1729 - 1835
Entstehung
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Varnhagen bei Henriette Mendelssohn. 51

der Deutschen, der Franzosen und Engländer, zum. Theil auchder Italiener, war sie wohlvertraut und sprach das Französischeund Englische wie eine Eingeborene. Bei solchen. Eigenschaftenkonnte ihr ein edler Gesellschaftskreis nicht fehlen, den siejedoch um ihres Pflichtberufes willen möglichst einzuschränkensuchte. Als Frau v. Stael noch in Paris sein durfte, kam sieöfter zu Fräulein Mendelssohn, ebenso Benjamin Constant;Frau von Constant sah ich zuerst bei ihr. Mad. Fould, welchedas Vorderhaus des Gartens bewohnte, führte bisweilen ihreGäste der angenehmen Freundin zu; Spontini sass hier ganzeAbende mit uns im Mondschein und sann auf neue Lorbeeren,die er den durch die Vestalin jüngst gewonnenen hinzufügenkönnte, wenigstens schien er sehr zerstreut und nahm an denGesprächen wenig Theil. Frau von Pobeheim brachte denDänen Heiberg mit, der durch Talleyrand im auswärtigenMinisterium angestellt worden war, aber Müsse genug behielt,um vorzugsweise der Litteratur zu leben. Auch Frau vonChezy und Frau von Quandt, beide aus Berlin, sah ich hierzum ersten Mal. Humboldt stand, wenn auch jetzt etwasentfernt, in bestem Andenken; Ivoreff und der Baron Driebergerschienen seit einiger Zeit selten; desto häufiger der Bittervon Eskeles, der früher in Wien um die Hand der liebens-würdigen Erzieherin geworben hatte und noch jetzt ihr mitNeigung zugewandt war.

Hier fanden oft merkwürdige Unterhaltungen statt; diedeutschen und französischen Ansichten, Avelche meist keineVermittelung zuzulassen schienen, empfingen sie unerwartetdurch die glückliche Uebersetzung, welche Fräulein Mendels-sohn ihnen zu geben wusste, und wobei gerade die Worte amwenigsten übersetzt werden durften. Hier wurde der Inhalt desnoch unter der Presse befindlichen Buches der Frau von Staelüber Deutschland im Voraus erörtert, und ich erhielt darauf imtiefsten Vertrauen die Aushängebogen desselben ausgeliefert,die ich wohl mit Spannung, aber auch mit Missbehagen undzum Theil mit Unwillen las, indem icli einseitig und ungerechtnicht erwägen wollte, was und wie das Buch in Frankreichwirken müsse, sondern nur wiefern es für uns das Deutsche

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