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Moses Mendelssohn.
nunftliebeuden Geschöpf unterhalten kann", schreibt er an einenFreund. Aber am meisten schüttet er in dieser Beziehung-,wie in jeder andern, Lessing sein Herz aus: „die Geschäfte!die lästigen Geschäfte! Sie drücken mich zu Boden und ver-zehren die Kräfte meiner besten Jahre. Wie ein Lasteselschleiche ich mit beschwertem Bücken meine Lebenszeit hin-durch ; und zum Unglück sagt mir die Eigenliebe oft ins Ohr,dass mich die Natur vielleicht zum Paradepferd erschaffen hat."Und an einer anderen Stelle: „Ein guter Buchhalter ist gewissem seltenes Geschöpf. Er verdient die grösste Belohnung; denner muss Verstand, Witz und Empfindung ablegen, und ein Klotzwerden, um richtig Buch zu führen. Verdient ein solches Opferzum Besten der Finanzen nicht die grösste Belohnung? —Wieich heut auf diesen Einfall komme, fragen Sie? Sie könnenes wohl unmöglich erratlien, dass mir des H. v. Kleist neueGedichte dazu Anlass gegeben haben. Ich liess sie mir desMorgens um 8 Uhr kommen. Ich wollte unserm lieben Nikolaieine unvermuthete Freude damit machen und sie mit ihm durch-lesen. Allem ich ward verhindert — die ungestümen Leute!Was bringt er mein Freund? Und Sie Gevattern? Und Ei-Geselle? Lassen Sie mich heut', ich kann nicht! „Sie habenja nicht irgend Feiertage ?" — Das wohl eigentlich nicht, aberich bin krank. Es verschlägt Ihnen ja nichts. Kommen Siemorgen wieder. — Diese Leute waren gefallig, aber mein Principalwar es nicht. Ich bekam Arbeit bis gegen Mittag. Ich lasindessen unter der Arbeit hier und da ein Fleckchen; und damerkte ich, wie schwer es ist, Empfindungen zu haben undBuchhalter zu sein. Ich fing an, in Handlungssachen schönzu denken, und machte in meinen Büchern eine von den Schön-heiten, die man an einer Ode zu rühmen pflegt. Ich ver-wünschte meinen Stand, schickte die Gedichte unserm Esquire,der von seinen Geldern lebt, ha, nicht ohne Neid, und wardverdriesslicli." —
So hatte Mendelssohn von dem Geschäft wohl manche Plage;indessen war es einestlieils gewiss seiner Gesundheit zuträglich,und namentlich während einer mehrjährigen Krankheit, wo ihmalle geistige Anstrengung, bis auf das Briefschreiben sogar,