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Moses Mendelssohn.
ihn indessen nicht ah, auch die gemeinen Pflichten gegen seinVaterland zu erfüllen etc. etc." — Wahrlich, diese Schilderungpasst hesser auf Moses Mendelssohn, als auf Sokrates.
Mendelssolm's persönliche Beziehungen nahmen jetzt aus-gedehnte Dimensionen an; wollten wir seine Freunde nennen,wir miissten fast alle bedeutenden Männer jener Zeit aufzählen.;d'Argens, Maupertuis, Nikolai, Herder, Ivant, F. H. Jakobi, derHerzog von Braunschweig, Campe, Dalberg, Hamann, Michaelis,Lavater, — das sind einige der Namen, die uns in Mendels-solm's Correspondenz begegnen. Jeder, der mit ihm in persön-liche Berührung kam, wurde durch den Zauber seines Wesenshingerissen, so dass er alle Vorurtlieile vergass, wenn sie auchspäter, sobald seine Gegenwart nicht mehr wirkte, um destostärker wieder auftraten: nur so ist das ungleiche BenehmenEiniger, z. B. Herder's und Hamann's, gegen ihn zu erklären.Aber in erster Stelle, sowohl was die Grösse des Mannes, alsdie Innigkeit und Dauer der Freundschaft und die Wichtigkeitder dadurch hervorgerufenen Resultate betrifft, ist Lessingzu nennen! ■—
Durch das Schachspiel sollen sie zusammengeführt sein;aber bald erkannten sie sich als gleichartige Geister und ihrganzes Wirken wurde gegenseitig durch einander bedingt. Vonihrer gemeinsamen Thätigkeit an den Litteraturhriefen ist schondie Rede gewesen; ihr Briefwechsel giebt Zeugniss von derArt, wie sie ihre Freundschaft auffassten; namentlich Mendels-sohn nimmt öfter Anlass, Lessing auf Fehler aufmerksam zumachen; beide sprechen es gerne aus, wie der Andere jedemals immer gegenwärtiger Richter der innersten Gedanken vor-schwebt. Es sei nur erwähnt der rührende Schluss des letztenLessing'schen Briefes an Mendelssohn, wenige Wochen vorLessing's Tode geschrieben: „An dem Briefchen, das mir Dr. Fliesdamals von Ihnen mitbrachte, kaue und nutsche ich noch;das saftige Wort ist hier das edelste. Und wahrlich, lieberFreund, ich brauche so ein Briefchen von Zeit zu Zeit sehrnöthig, wenn ich nicht ganz missmütliig werden soll. Ich glaubenicht, dass Sie mich als einen Menschen kennen, der nach Lobeheisshungrig ist. Aber die Kälte, mit der die Welt gewissen
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