Wird Buchhalter. Der Pliädou.
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wiesen; seine Unabhängigkeit, auf die er schon von früh anden grössten "Werth gelegt hatte, war gesichert; selbst in densieben Leidensjahren der ersten berliner Zeit hatte er sich nichtentscliliessen können, Unterstützungen reicher Glaubensgenossenzu erbitten: „Ich kann meinen Anspruch auf Unterstützungauf nichts begründen, als etwa darauf, dass ich gern etwaslernen möchte, und was geht das Andere an", sagte er. —Diese Stellung zur Bernliard'sclien Fabrik behielt er bis ansein Lebensende und benutzte seine Müsse zu rastloser littera-rischer Thätigkeit.
Gleich eins seiner ersten Werke ist für seine Beziehungenzu den christlichen Zeitgenossen epochemachend: Der Pliädon.Es ist theils eine Uebersetzung, theils eine moderne und demdamaligen Stande der Philosophie angepasste Bearbeitung desgleichnamigen platonischen Gesprächs und handelt von den Be-weisen für die Unsterblichkeit der Seele. Kaum hat zu jenerZeit irgend ein Buch solches Aufsehen gemacht: es wurde infast alle lebenden Sprachen übersetzt und sem Verfasser hattesich mit diesem einen Schriftchen einen Platz unter den deut-schen Klassikern erworben. Eine gewisse Verwandtschaft zwi-schen dem Sokrates, wie Mendelssohn ihn im Pliädon darstellt,und ihm selbst ist unverkennbar; man lese z. B. folgende Stelle:„Er hatte von der einen Seite seine eigenen Vorurtheile derErziehung zu besiegen, die Unwissenheit Anderer zu beleuchten,Sophisterei zu bestreiten, Bosheit, Neid, Verläumdung und Be-schimpfung von Seiten seiner Gegner auszuhalten, Armutli zuertragen, festgesetzte Macht zu bekämpfen und, was das Schwerstewar, die finsteren Schrecknisse des Aberglaubens zu 7 vereiteln.Von der anderen Seite waren die schwachen Gemütlier seinerMitbürger zu schonen, Aergernisse zu vermeiden und der guteEinfluss, den selbst die albernste Religion auf die Sitten derEinfältigen hat, nicht zu verscherzen. Alle diese Schwierig-keiten überstand er mit der Weisheit eines wahren Philosophen,mit der Geduld eines Heiligen, mit der uneigennützigen Tugendeines Menschenfreundes, mit der Entschlossenheit eines Helden,auf Unkosten und mit Verlust aller weltlichen Güter und Ver-gnügungen. — Diese höheren Aussichten des "Weltbürgers hielten