Druckschrift 
1 (1880) 1729 - 1835
Entstehung
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Moses Mendeissohu.

einmal, dem einigermassen würdigen Gegner gegenüber, ent-scheidend geantwortet; die kleinen Kläffer liess er billig un-beachtet und schrieb:In dieser Angelegenheit mögen Auf-forderungen, Zumuthungen, Angriffe, Widerlegungen heraus-kommen, von wem man will, so viel man will, so höflich oderunhöflich man will, ich werde nicht eher antworten, als bisich glauben werde, meine Zeit nicht nützlicher anwenden zukönnen." Und an einer anderen Stelle:Wer die Absicht,mich zu reizen, so deutlich merken lässt, der soll Mühe haben,sie zu erreichen."

So peinlich diese Angelegenheit für ihn war, so erspriesslichwurde sie für die Bildung des Judenthums: nocli nie war dessenSache von einem solchen Vorkämpfer so glänzend verfochtenworden:Mendelssohn war von Ueberzeugung ein Jude", dasstand jetzt fest und fortan waren solche Zweifel, wie sie Lavatergehegt, unzulässig, und die Christen mnssten sich mit dem un-bequemen Faktum eiues so ausgezeichneten Juden wohl oderübel abfinden. Wie Mendelssohn einmal iii einem anderen Zu-sammenhange schreibt:Tresclio, Ziegra und Bahrdt ärgernsich fast zu Tode, dass Unchristen auch Vernunft haben sollen.0 wohl uns, dass der liebe Gott gütiger ist, als Trescho, Ziegraund Bahrdt."

Es war mittlerweile an Mendelssohn die Frage der Wahleines eigentlichen Lebensberufes herangetreten. Eine Zeit langschwankte er, ob er nicht seine tiefen talmudischen und sonstigenKenntnisse in der damals gewöhnlichen Art verwenden undRabbiner werden sollte. Indessen es mag ihn wohl die Er-wägung zurückgehalten haben, dass er in dieser Stellung durchmanche Rücksichten gehindert werden möchte, sich seinem refor-matorischen Werke zu widmen, dessen Grundplan in jener Zeitschon vollständig bei ihm feststand. So wollte er sich dennlieber hierin vollkommen freie Hand bewahren und trat, umsich sehien Lebensunterhalt zu erwerben, bei demselben Bern-hard, dessen Kinder er erzogen hatte, als Buchhalter in derSeidenfabrik ein. Es blieb ihm dabei Müsse zu seiner sichimmer mehr und mehr ausdehnenden litterarischen Thätigkeit,und doch war er nicht auf seine Feder zum Broderwerb ange-