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1 (1880) 1729 - 1835
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Jugend. Uebersiedelung nach Berlin.

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Nahrung kaufte, mit Strichen die täglichen Rationen bezeichnete;weiter durfte er nicht essen, sonst hatte er am Ende der Wochegarnichts! Er bewohnte ein Dachkammer eben und hatteeinige Freitische im Hause des Heimann Bamberger, anSabbathen und Festtagen ass er bei Rabbi Frankel, der ihmauch wöchentlich einige Groschen durch Abschreiben zu ver-dienen gab; wenige Zeit blieb für eigene Arbeiten, den Meistenwäre noch weniger Lust geblieben. Das waren die materiellenHindernisse; aber viel grössere, unüb er steiglichere thürintensich in anderer Art ihm entgegen: die Christen betrachtetendamaliger Zeit die Juden ebensowenig als gleich hoch organisirtebildungsfähige Menschen, wie dies noch heutigen Tages inAmerika mit den Negern geschieht. Ein Umgang von Judenmit Christen, ein geselliger Verkehr war etwas Unerhörtes.So blieben alle christlichen Bildungsquellen den Juden voll-ständig verschlossen, und selbst wenn die Christen nicht denJuden deren Gebrauch unmöglich gemacht hätten, so würdedafür schon die Intoleranz der jüdischen Gemeindevorsteherund Rabbiner gesorgt haben. Jüdische Bildungsquellen abergab es ausser dem Umgang mit den wenigen gebildeterenGlaubensgenossen, den auch Mendelssohn eifrig kultivirte,garnicht. Er musste also vollständig Autodidakt werden, ohnejede systematische Anleitung von Anderen; ja, er musste seineStudien vor den Juden sorgfältig verheimlichen, um nicht seineAusweisung aus Berlin zu gewärtigen. Selbst noch langenachher verketzerten sie den auf der Höhe seines Ruhmesstehenden, reifen Mann; Lessiug schreibt in dieser Beziehungvon ihm:Ich sehe ihn im Voraus als die Elire seiner Nationan, wenn ihn anders seine eigenen Glaubensgenossen zur Reifekommen lassen, die allezeit ein unglücklicher Verfolgungsgeistgegen Leute seines Gleichen getrieben hat." Mit einem Wort,er hatte Alles, was in der ganzen Welt an Bornirtheit, Sek-tirerei und Glaubenshass sowohl bei Christen als bei Judenlebte, gegen sich.

Anfänglich lag Mendelssohn nichts am Herzen, als sichselbst Bildung zu erwerben; aber eine grosse, reformatorischeMission war ihm vorbehalten und sollte bald an ihn herantreten.