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rakter, der hie und da sogar zur Härte verleitete, so glauben wirdoch, da uns all' dies nur iu deu nicht zuverlässigen, sicherlichmitunter übertriebenen Berichten des St. Gallischen Geschicht-schreibers Ekkehard IV. überliefert ist, daß zu viel gesagt ist, wennwir anderwärts lesen*) „wie die Herzogin Judith, der Ha-be w i g Mutter, in Baiern, so herrschte diese schon zu Lebzeitenihres Gemahls in Schwaben, indem der greise Herzog Burkardsich durchaus dem Willen seiner blühenden Gemahlin fügte."
Die Herzogin Hadewig als Witwe.
Was durch I. V. v. Scheffels so beliebten historischenRoman von unserer Herzogin in weitere Kreise gedrungen, falltallermeist in ihren Witwenstand und betrifft vornehmlich das eigen-tümliche Verhältnis, in welches sie zu dem St. Galler MönchEkkehard (II) getreten, und in Folge dessen der gleichnamigeGeschichtschreiber dieses Klosters sich besonders für dieselbe inte-ressirt hat.
Herzog Burkard (II), der Hadewig Gemahl, starb, wiewir berichtet, am 11. Nov. 973; die Ehe hatte also 18 Jahregedauert, war übrigens mit keinem Sprossen gesegnet. Daß Ha-dewig aber die Jungfrauschaft in ihren Witwenstand mit hinübergenommen, ist wohl eine Verherrlichung ihrer Person, die sie demGeiste ihrer Zeit und ihrem Lobredner, dem oft erwähnten St.Galler Mönch und Geschichtschreiber Ekkehard IV., zu verdankenhat. Sie war bei dem Hingang ihres Gemahls etwa 34 Jahrealt, stand damals also nicht mehr in jugendlichem Alter, wie an-dere, die Burkard bald nach seiner Verheiratung mit ihr sterbenlassen, angeben.
Hadewig hatte auch als Witwe ihren ordentlichen Wohn-sitz in der Burg auf dem Hohentwiel, welche mit vielen an-dern Besitzungen in Schwaben zu dem Leib ge ding gehörte,welches ihr von Burkard verschrieben worden. Hiezu kam nochdas, was sie als „Morgengabe"**) von demselben erhalten
W. v. Giesebrechts deutsche Kaissrzeit. Bg. I. S. 572.
**) Leibgeding — der Vertrag über den Lebensunterhalt einer (be-sonders adeligen Witwe) auf die Zeit ihres Lebens, auch das ihr auf gewisseGüter zum Lebensunterhalt Ausgesetzte selbst. Morgengabe — das Ge-S chmid, die älteste Geschichte der Hohenzollern. I. 1Z