Zwei der berühmtesten deutschen Sternpelschneider, May und Capitain, dieihre Arbeiten lange Zeit in England verwerthet hatten, wurden von Flinsch alsbaldnach Uebernahme des Geschäfts zur Rückkehr in die Heimath bewogen und durchumfangreiche Aufträge gefesselt. So ward die berühmte May'sche Bourgeois-Fractur geschaffen, deren Stempel später die Cotta'sche Buchhandlung in Stuttgarterwarb, und ferner von demselben Stempelschneider die schöne englisch-französischeund die breite englische Antiqua. Mit nicht geringerem Erfolge arbeitete Capitain,dessen geschnittenen Antiquaschriften in zahlreichen Abschlägen abgesetzt wurden.Beide Künstler sind leider wenige Jahre nach ihrer Rückkehr in das Vaterlandgestorben.
Neben mehr als 500 Nummern Neuigkeiten 'eigener Erfindung im Gebiete derOrnamentik, worunter die Serien der Universal-, Diamant-, Zopf- und Rococo-Einfassung, die reiche Auswahl von Phantasie-Untergrund und die Epheurankenallbekannt sind, lieferte das Geschäft unter seinem jetzigen Besitzer folgende Schriftenin Originalschnitt:
1. Eine Garnitur Fractur, Nr. 44 bis 51 des Musterbuchs.
2. Eine Garnitur moderne fette Fractur, Nr. 483 bis 491.
3. Eine Garnitur schmale halbfette Fractur, Nr. 819 bis 824.
4. Eine Garnitur fette Fractur, Nr. 752 bis 763.
5. Eine Garnitur Antiqua, Nr. 34 bis 54.
6. Eine Garnitur Antiqua, Nr. 58 bis 68.
7. Eine Garnitur Antiqua, Nr. 80 bis 86.
8. Eine Garnitur schmale englische Antiqua, Nr. 402 bis 406.
9. Eine Garnitur enge Antiqua, Nr. 841 bis 843.
10. Eine Garnitur schmale halbfette Antiqua, Nr. 612 bis 614.
11. Eine Garnitur Gothisch, Nr. 742 bis 750.
12. Eine Garnitur Zierschriften, Nr. 674, 732, 733, 734.
13. Eine Garnitur schmale halbfette Aldine, Nr. 627 bis 637.
14. Eine Garnitur Kanzlei, Nr. 373 bis 380.
15. Eine Garnitur halbfette Kanzlei, Nr. 659 bis 668.
16. Zwei Garnituren Egyptienne, Nr. 600 bis 606, 765, 857 bis 866.
17. Zwei Garnituren Grotesque, Nr. 391 bis 394, 772, 780.
18. Vier englische Schreibschriften, Nr. 434, 591, 592, 806.
19. Eine deutsche Schreibschrift, Nr. 834.
20. Drei Systeme Musiknoten.
Schliesslich viele Hunderte von Zierlinien, Eckstücken, Vignetten und Zeichen aller Art.
Von obigen Schriften stehen die unter 1. 2. 3. 6. 7. 12. 13. 15. 18. und 19.verzeichneten als künstlerisch vollendete Schöpfungen da.