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Das Handlungshaus Ferdinand Flinsch : Gedenkbuch zu dessen fünfzigjähriger Jubelfeier am 20. April 1869
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konnte. Es sind ungeachtet der zahlreichen Maschinen nach wie vor über 200Arbeiter ständig beschäftigt.

Die Schriftgiesserei Flinsch beschränkt sich nicht blos auf den Schriftguss,sondern sie hat auch, theils zum eigenen Gebrauch, theils für die Kunden einemechanische Werkstätte gegründet, die alle wichtigen Maschinen und Utensilien fürSchriftgiesser, Buchdrucker und zur Stereotypie liefert, von der einfachen Ahlspitzeoder dem Giesslöffel aufwärts bis zur Schnellgiessmaschine und der Einrichtungganzer Buchdruckereien.

Ein anderes Gebiet ihrer Thätigkeit umfasst die Messinglinien-Fabrikation, mitmaschinellen Einrichtungen zum Schneiden der Bahnen und zum Theilen und Adjustirensystematischer Stücke.

Eine weitere Abtheilung ist die Gravir-Anstalt, in der die umfangreichsten Aufträgeausgeführt werden. Ausserdem ist auch ein galvanoplastisches Atelier vorhanden.

Soweit die äussere Physiognomie des Geschäfts. Dass mit der wahrhaftgrossartigen Massenproduktion auch dessen intensive Leistungen gleichen Schrittgehalten haben, bedarf wohl kaum der Erwähnung; ist doch die äussere Ausdehnungund Vergrösserung des Geschäfts nur durch die innere Vollendung der Produktionermöglicht worden.

Es ist bekannt, dass es der Firma schon unter Dresler gelang, durch bedeutendeErfolge ihren Ituf in weiten Kreisen zu begründen. Zunächst glückte es demfrüheren Eigenthiimer, eine ungemein schöne, alle Grade umfassende Garnitur Fractur die sogenannte Dresler'sche zu schaffen, welche die bis dahin vorzugsweisebeliebte Walbaum'sche Schrift überflügelte, bald in allen namhaften Schriftgiessereieneingeführt ward und sogar in der französischen Staatsbuchdruckerei in Paris Aufnahmefand, in deren Prachtalbum sie als einzige Fractur und zwar in höchst vollendeterZurichtung prangt. Dresler brachte ferner die erste deutsche Gothisch, die in ihrenGrundzügen wieder allgemein nachgeahmt wurde. Er scheute auch in andererRichtung kein noch so schweres Opfer, um den wirklichen Fortschritten des In-und Auslandes zu folgen. Beweis dafür ist die reichhaltige Probensammlung, wiedie ohne Unterbrechung angestrebte Verbesserung und Vermehrung der Betriebsmittel.

Das Geschäft kam, wie schon erwähnt, zu Anfang des Jahres 1855 an CarlMeyer, der die technische Leitung zum Theil an Ferdinand Michael übertrug, sichaber wegen andauernder Kränklichkeit genöthigt sah, das Eigenthum schon Ende1858 wieder aufzugeben. Die von ihm, dem würdigen Nachfolger Dresler's, projectirtenund zum Theil begonnenen neuen Arbeiten kamen jedoch vollständig und in grösseremUmfange zur Ausführung, als Flinsch die 0iesserei im Jahr 1859 übernahm.

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