im Jahre 1827 gegründete Firma, welche in den Jahren 1855 bis 1858 von CarlMeyer betrieben wurde, zu Anfang 1859 aber in den Besitz des HandlungshausesFlinscli in Frankfurt a. M. kam und von diesem in grösster Ausdehnung fort-gesetzt wird.
Es war im Jahre 1836, als wir die damals auf der Zeil befindliche Giessereizum ersten Mal besuchten und uns von Herrn Dresler, dem einen Inhaber, alleEinzelheiten mit grosser Bereitwilligkeit gezeigt wurden. Wir hatten hier zum erstenMale Gelegenheit, die Anfertigung von Stahlstempeln (Patrizen) durch Anwendungvon Stichel, Punzen und Feile, sowie das Einschneiden der Buchstaben in erhabener,dabei verkehrter Gestalt auf das eine Kopfende conischer Stahlstückchen zu beobachten.Wir sahen, wie man den leeren Raum in dem Schriftzeichen (z. B. im 0) durchEinschlagen eines anderen conisch zugespitzten Stahlstempels und, wo diese Hülfenicht anwendbar, ausschliesslich durch den Grabstichel formte und dann das Stückan seiner Peripherie weiter mit Feile und Stichel bearbeitete, um Grund und Haar-striche entsprechend herzustellen. Nachdem später der Stahlstempel gehärtet undpolirt war, schlug man denselben mittels eines Hammers in die obere Hälfte derMatrize circa 1 /s Zoll tief senkrecht ein. (Die Matrize ist ein Stückchen Kupfervon ungefähr 1 1 2 Zoll Länge und 1 /-2 Zoll Breite und Höhe.) Die Mater wurdezuerst auf der Bildseite befeilt und dann vergewisserte man sich durch einen Abguss,ob der Stempel vollkommen vertical und in entsprechender Tiefe eingeschlagenworden. Je nach Befund folgte ihre weitere Bearbeitung (Justirung), bis der Buch-stabe in Höhe, Weite und Linie richtig erschien. An der hinteren Wand der Matrizewurde eine Kerbe eingeschnitten, in die man eine Feder des Giessinstruments zumFesthalten der Matrize einpasste. Die Matrize aber wurde in das Giessinstrumenteingefügt, das ein Viereck von circa 5 Zoll Breite, 4 Zoll Höhe, 3 Zoll Dicke• bildet, Verhältnisse, welche sich jedoch je nach der Grösse der zu fertigendenArbeiten ändern.
Das Giessinstrument besteht der Breite nach aus zwei Hälften, dem Vorder-und Hintertheil, die beide genau in einander passen. Das Innere jeder Hälfte istwieder aus mehreren in einander geschobenen, durch Schrauben verbundenen eisernenPlatten gebildet. Um den Arbeiter vor Beschädigung zu bewahren, hat man dasGiessinstrument, das sich während des Gebrauchs erhitzt, mit einem hölzernenMantel umgeben.
Beim Zusammenfügen beider Theile bleibt in der Mitte des Instruments einhohler Raum offen (Kegelraum) — oben pyramidal, unten paralellepiped —, vondem das Vordertheil und das Hintertheil je zwei Wände bilden. Als Boden dieses