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Das Handlungshaus Ferdinand Flinsch : Gedenkbuch zu dessen fünfzigjähriger Jubelfeier am 20. April 1869
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nichts mehr im Heiligthum fehlte. Das Fest der Einweihung dieser Kirche warein bedeutungsvolles und erhebendes. Eine zahlreiche Gemeinde, deren zerstreuteGlieder bis dahin nur eine mangelhafte religiöse Bildung erhalten, die sich nur mitschweren Opfern den Trost der Kirche holen konnten, war selbstständig gewordenund zum Leben erstarkt. Bedeutsame Gäste waren erschienen: der Generalsuper-intendent der Provinz Sachsen, Herr Dr. Lehnert aus Magdeburg, mit dem Super-intendenten des Kreises, Herrn Baabe aus Gefell, der Begierungspräsident Herr deVignau aus Erfurt, der Landrath des Kreises, Freiherr von Breitenbauch aus BurgBanis, die Herren Oberbaurath Drewitz aus Erfurt, Kreisbaumeister Beisert undTrainer aus Ziegenrück, sowie viele Geistliche und theilnehmende Freunde aus denbenachbarten sächsischen, bayerischen und reussischen Ortschaften betheiligten sichan der feierlichen Handlung der Weihe des Gotteshauses. In feierlicher Weise wurdedasselbe durch Herrn Dr. Lehnert geweiht der Gemeinde übergeben, und durch denbestellten Geistlichen, Herrn Pastor Koniecke, zum Preise der Gottheit der ersteGottesdienst in .demselben abgehalten.

Der Festtag der Gemeinde brachte auch dem Hause Flinsch, das, wie gesagt,an der Gründung und Vollendung der Kirche so grossen Antheil hatte, ein Zeichender Anerkennung. Der Senior des Hauses, Herr Gustav Flinsch, wurde mit demrothen Adlerorden decorirt.

Indem wir dem grösseren Publikum Bericht über ein Fest abstatten, das hierim fernen Frankenwalde einer aufblühenden Gemeinde einen neuen Lebensabschnitt,eine neue Bildungsstufe brachte, lassen wir eine kurze Beschreibung der gewerblichenEinrichtungen folgen, denen das Thal seine Wichtigkeit und Blüthe verdankt undwelche eben zu dem vorbeschriebenen Feste die dringendste Veranlassung gaben.

An der Stelle, wo jetzt im Thale unterhalb des Dorfes Blankenberg sich dieschlossähnlichen Fabrikgebäude erheben, stand früher eine einfache Papiermühle.Im Jahre 1842 fühlte das Haus Flinsch das Bedürfniss, die übererbte Herstellungdes Handpapiers einzustellen und den neuen Geschäftsbetrieb, wie er im Auslandesich gebildet hatte, auf den heimathlichen Boden zu verpflanzen. Die alte Mühleverschwand und an ihre Stelle traten neue prächtige Gebäude, in welche die ausder weltberühmten Maschinenwerkstätte von Bryan Donkin & C ie - in London bezogenegrossartige Papiermaschine aufgestellt wurde.

Der Bau wurde rasch vollendet und schon im Januar des folgenden Jahreskonnten, unter Benutzung der im eigenen und in anderen Geschäften gesammeltenreichen Erfahrungen, Papiere aller Art gefertigt werden, die in weitesten Kreisengerechte Anerkennung fanden. Auch die Ausstellungen, welche zur Anspornung

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