Wenige Monate vor seinem Tode hatte Heinrich seinen letzten Willen vollzogen,und gab auch hierdurch einen schönen Beweis seiner Alles umfassenden Liebe; wieer Jene belohnte, die ihm mit Treue und Anhänglichkeit lange Jahre gedient hatten,so vergass er auch der Nothleid enden und Armen nicht. Mehrere bedeutende Legatean Kirchen und verschiedene Wohlthätigkeits-Anstalten sichern seinem Namen eineehrenvolle Stelle unter den Legatoren dieser Anstalten.
Den Seinigen wird er für alle Zeiten das leuchtende Vorbild des Wohlwollens,der nie ermüdenden Liebe sein, Tausende hegen die gleichen aufrichtigen Gefühleder Verehrung, und so sehen sie den Geliebten unvergänglich über sich schweben,umstrahlt vom Ruhme seiner segensreichen Thätigkeit.
Der Verstorbene hinterliess ausser seiner Wittwe ernestine, geb. Heyer, fünfKinder, eine Tochter, Anna , und vier Söhne: Ferdinand, Heinrich, Wilhelmund Oscar.
Nach einer testamentarischen Verfügung trat am 1. Mai 1865 der dritteSohn, Wilhelm Christian Ferdinand, als gleichberechtigter Gesellschafter seinesBruders in das Eigenthum der Frankfurter Papierhandlung, der beiden FreiburgerFabriken und der Schriftgiesserei ein. Beide Brüder, Heinrich und Wilhelm, habensich in die überkommenen Arbeiten derart getheilt, dass der ältere die Leitungder Schriftgiesserei und der dazu gehörigen Geschäftszweige, der jüngere die derPapiergeschäfte übernommen hat.
Als erste Frucht des Unternehmungsgeistes, welcher von dem Vater auf dieSöhne übergegangen ist, verzeichnen wir zum Schlüsse dieser, das Haus Flinschehrenden, Anerkennung die am 1. September 1865 vollzogene Gründung einerbedeutenden Schriftgiesserei in St. Petersburg, ein Unternehmen, das, den bisherigenErfolgen nach zu urtheilen, in nicht langer Zeit dem Muttergeschäft in Frankfurtwürdig zur Seite stehen wird.
Wie wir das Leben und Wirken der Gebrüder Flinsch mit den weihendenWorten unseres Schiller eingeleitet haben, so sei es besiegelt mit seinem erhebendenAusspruche:
„Wer den Besten seiner Zeit genugGethan, der hat gelebt für alle Zeiten!"