Das Frankfurter Geschäft blühte unter seiner Leitung schnell empor undermunterte ihn in seinen Unternehmungen weiter zu schreiten. Vermöge seinerBildung und feinen Umgangsformen war er, was sein Bruder bald erkannte, eineunschätzbare Kraft für die wichtigen Reisen des Geschäfts. Witz, Geist undMenschenkenntniss waren Magnete, mit denen er damals schon die alten Verbindungenan sich fesselte und neue anzog.
Und welche bessere Wahl hätte sein Bruder treffen können, die zu Anfang derdreissiger Jahre vorhandenen Maschinen-Papierfabriken zu besuchen, um sichderen vortheilhafte Einrichtungen zu eigen zu machen, als ihn, der in der Bereitungdes Papiers selbst die gründlichsten Kenntnisse besass, der mit einem Blicke denZusammenhang einer neuen Herstellungsmethode erfasste. So sammelte er reicheErfahrungen beim Studium derartiger Anlagen in der Schweiz und namentlich inFrankreich, mit denen die Brüder später vereint ihren Kamen in den merkantilischenKreisen zur Geltung brachten.
Schon war der Ruhm und das Glück des Hauses Flinsch fest begründet, alsHeinrich einen neuen wichtigen Schritt in seinem Leben that: seine edle Männlichkeitgewann das Herz der mit allen Reizen reichlich ausgestatteten Jungfrau ernestineJohanne Elise Theodore Friederike Louise , jüngsten Tochter des Universitäts-Buchdruckers und Verlags - Buchhändlers Georg Friedrich Heyer senior in Giessen.Der Bund wurde unauflöslich, denn er vermählte sich mit ihr am 21. August desJahres 1834 und zog mit diesem Tage in den weiten schönen Hafen irdischenGlückes; es stand ihm ja ein Wesen zur Seite, das, mit einer gediegenen Bildungbegabt, durch die Liebe mit ihm verbunden war.
Dass „der Mensch mit seinen höheren Zwecken wächst," fand bei ihm imvollen Sinne des Wortes seine Geltung, denn seit ihn das Glück der Häuslichkeitin immer ungetrübterer Reinheit anlachte, erweiterte sich sein Gesichtskreis mehrund mehr, alle Menschen und alle wichtigeren Verhältnisse des Lebens mit Liebeumfassend.
Im Jahre 1841, als sein Bruder Ferdinand mit dem Plane beschäftigt war,die elterliche Papiermühle zu Blankenberg in eine grossartige Fabrik umzuwandeln,erwarb er die Verlags-Buchhandlung seines Schwiegervaters G. F. Heyer in Giessen,jene Firma, deren Verlags-Katalog die gefeiertsten Namen ihrer Zeit aufzuweisenhatte. Wer verehrt nicht in Chr. von Rommel, G. G. Schmidt, F. H. C. Schwarz,F. W. D. Snell, L. Hüffel, J. E. C. Schmidt die grossen Männer der Theologie undPhilosophie; in Anselm von Feuerbach, C. v. Grolman, G. L. Hartig, J. T. B. v. Linde,E. v. Lohr, F. Mackeldey, T. Marezoll, Fr. Schmitthenner, C. Fr. F. Sintenis,