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Das Handlungshaus Ferdinand Flinsch : Gedenkbuch zu dessen fünfzigjähriger Jubelfeier am 20. April 1869
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Aber mitten im Glücke blieb den Gliedern der Familie auch wieder der Schmerznicht erspart, der sich so oft unerwartet in die eine Waagschale des Lebens wirft,damit die andere vom Glück beschwerte nicht zu tief niedersinkt. Am 11. Juni

des Jahres 1861 verschied die Wittwe Ferdinands, die Mutter des Hauses, Frau

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Henriette Flinsch, geb. Winkler. Dieser Todesfall verursachte tiefe Trauer nicht nurbei den Familien-Angehörigen, sondern auch bei Allen, welche die Verstorbene nähergekannt hatten. Denn sie wussten nur zu wohl, welch' ein schwerer Verlust siebetroffen hatte, und wie lange dieser von ihnen schmerzlich empfunden werdenwürde. Henriette nahm den wohlverdienten Ruf der besten Gattin und Mutter mitins Grab. Sie war eine starke Erzieherin ihrer Kinder, eine ungewöhnlich begabteDame, eine aufopfernde Unterstützerin aller materiell und geistig Bedrängten, undihre Hand wusste in schonendster Weise die Thränen aller Nothleidenden zu stillen.Von ihr kann in des Wortes vollster Bedeutung gesagt werden, dass sie niemalseinen Feind gehabt, und wer jemals in ihre Nähe kam, fühlte sich dauernd undunwiderstehlich zu ihr hingezogen. Sie war eine geborene Künstlerin und stand alssolche, doch freilich als eine verhüllte Priesterin, am Altare der Malerei und Dicht-kunst, deren schöne Tribute sie bei Familienfesten und den treuen Freunden ihrerFamilie, und zwar immer mit Erfolg darbrachte. Ihr Bild lebt strahlend fort; esstellte sich neben das ihres vorangegangenen Gatten und bleibt im Herzen derIhrigen und im Gedächtniss Aller, denen sie jemals im Leben begegnete.

Am 1. September 1862 schied Carl August, der Bruder Ferdinand's, aus demGeschäfte und zog sich in das Privatleben zurück, um die erwünschte Ruhe zugemessen, die seinem angestrengten Tagewerk gebührt.

Im Beginne des folgenden Jahres, 1. April 1863 wurde, um den seit Jahrengeäusserten Wünschen der norddeutschen Kundschaft, namentlich den Abnehmernin Berlin entgegen zu kommen, an diesem Orte ein Filialgeschäft errichtet, dasdurch den enormen Aufschwung, welchen die Produktionsverhältnisse der nord-deutschen Metropole auf literarischem und industriellem Gebiet namentlich in denletzten Jahren genommen haben, jetzt einen so grossen Umfang erlangt hat, dassdaselbst acht Personen beschäftigt werden.

Noch in demselben Jahre wurde ein vollständiger Umbau der Peniger Fabi'ikbegonnen und Ausgangs 1864 vollendet. Der neben zwei anderen Papiermaschinenmit einer Bertram'schen Riesenmaschine versehene Neubau ist seit einigen Jahren invollem Betriebe und seine Einrichtungen, sowie die hier producirte Menge Papierdürften ohne Gleichen in der Papierfabrikation dastehen und können mit Rechtmustergültig genannt werden.

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