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Das Handlungshaus Ferdinand Flinsch : Gedenkbuch zu dessen fünfzigjähriger Jubelfeier am 20. April 1869
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Es würde zu weit führen, das immer mehr wachsende Geschäft in allen seinenEntwicklungs - Phasen zu verfolgen. Den unberechenbarsten Vortheil schöpfte ausseiner fortschreitenden Erweiterung der Buchhandel, denn nun fand er ja alle seineBedürfnisse aufs schnellste befriedigt. Alle Hemmnisse, die ihn oft so sehr beengthatten, waren beseitigt, eine neue vielversprechende Epoche seiner Wirksamkeithatte begonnen. Alle Gattungen guter Papiere lagen in reichster Auswahl bereit,ermöglichten die Herstellung einer Reihe der herrlichsten Werke auf fast allenGebieten des Wissens und verpflanzten den Schönheitssinn des Einzelnen auf die

Menge der Lesenden.

Dieser Handel im Grossen belebte selbstverständlich wiederum die Fabrikationdes Papiers und erhöhte, im Verein mit anderen Umständen, wesentlich die Wirk-samkeit der Presse. Und wie musste das Herz eines Mannes höher schlagen, demdie Presse das Verdienst ihrer besseren Entwickelung freudig zuerkannte!

Bis dahin hatte der Papierhandel sich lediglich auf Handfabrikate beschränkt,weil die neue Art, Papier auf Maschinen zu fertigen, noch nicht so vollkommenwar, dass sie den Markt ausreichend mit ihren Produkten hätte versehen können.Jetzt aber war die Erfindung so weit verbessert, dass sie siegreich sich Bahn

brechen und einen Umschwung der seitherigen Verhältnisse herbeiführen musste.

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Ueberflüssig ist es, zu erwähnen, dass Ferdinand Elinsch der Herstellung desPapiers durch Maschinen seine Aufmerksamkeit im höchsten Grade zugewendet; erhatte seinen Bruder Heinrich nach Frankreich geschickt, um in Annonay die so"'sehr gepriesene Papierfabrik von Montgolfier in Augenschein zu nehmen, und alsdieser ihm einen so überaus günstigen Bericht erstattete, war er sogleich mit sicheinig, selbst eine Fabrik dieser Art anzulegen.

Eifrig schritt er alsbald zur Ausführung. In Penig lebte sein treuer Vetterund Freund Keferstein, der eine Papierfabrik mit vorzüglicher Wasserkraft besass.Diesem theilte er seinen Plan mit und bewog denselben, ihm sein Besitzthum zuder beabsichtigten Anlage abzutreten und dabei sein Gesellschafter zu werden. DerFreund, der ebenfalls ein unternehmender Mann war, willigte ein, und es wurdealsbald mit dem Umbau begonnen.

Ferdinand bestellte inzwischen in der grossen Werkstätte von Bryan Donkin & C ie -zu London eine Maschine, welche nach einigen Monaten in Penig eintraf und ohneZeitverlust in den vorbereiteten Räumen aufgestellt wurde. Die ersten Versucheentsprachen nicht gleich den Erwartungen; dadurch entmuthigt, trat der VetterKeferstein die ganze Anlage an Ferdinand ab, der unerschrocken und unbeirrtweiter schaffte und in Jahresfrist den Bau vollendet sah. Schnell waren die kleinen

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