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2 (1868)
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3. Allerdurchlauchtigste Churfürstin,Gnädigste Frau!

Ew. Königl. Hoheit lege ich hiemit ein Ooncert vonmeiner eigenen Ausarbeitung zu Dero Füssen in tiefsterUnterthänigkeit nieder. Ich habe mich wegen dieserDreistigkeit bey mir selbst vorgefordert, und ausser derSchuldigkeit meinein Vaterlande und dessen hohen Be-herrschern von der Anwendung meines Talents vorzüglichRechenschaft zu geben, noch andere Beweggründe gefunden,die mich angetrieben haben, diese kühne Anerbietung anEw. Königl. Hoheit zu wagen. Dahin gehört für allemandern die Ueberzeugung, die ich von Ew. Königl. Hoheiterhabenen Einsichten in die Tonkunst ehemals in Dresden zuerhalten das schätzbare Glück genoss, als ein gewisser, da-mahls bey dem am Churfürstl. Sächsch. Hofe stehendenrussischen Gesandten Herrn Grafen von Kayserling be-findlicher iunger Mensch, Kähmens Goldberg, die hoheGnade hatte, eine Probe von seiner in der Music untermeiner Anführung erlangten Fertigkeit abzulegen.

Ich führe die besonderen Umstände dieses für michso glücklichen Vorfalls sonderlich deswegen an, weil siemir zugleich die seltene Gelegenheit verschafften, die prac-tischen Fähigkeiten Ew. Königl. Hoheit in der Sing-kunst aus einem näheren Gesichtspunkte zu bewundernund weil sie mich gegemvärtig noch in der süssen Hoff-nung stärken, dass HöchstDieselben mit einem gnädigenBlick auf diesen kleinen Versuch herabsehen werden, denich einer so grossen Gönnerin der Tonkunst als ein Ver-ehrer der Music, und als ein Zeichen meiner schuldigenEhrfurcht darbringe.