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In gleich schmerzlicher Erregung beharrt das folgendeArioso No. 2G (Quartett-Begleitung ohne Sordinen), „Meintiefgebeugtes Herz wirft sich auf Golgatha", voneinem überraschenden Reichthume der Modulation undwie der vorhergehende Satz schliesslich im leisesten pia-nissimo verhallend.
No. 27. „Die Allmacht feirt den Tod." Einsymphonischer Eingang (F-dur 4 / 4 poco Adagio) beginntin einer für die Factur einer geistlichen Musik jener Zeitvöllig neuen und gegen die von schmerzlichen Motivengesättigte lyrische Grundstimmung der vorhergehendenRummern überraschend feierlichen Weise. Die ernsteTodtenfeier, welche die in ihrem Laufe gestörte Natur demgöttlichen Erlöser bereitet, beginnt in wunderbar geformterGestaltung sich zu entwickeln.
Drei Hörndl - von der Pauke im leisesten Wirbel be-gleitet, treten nach einander in canonischen Einsätzenein. Ihr ernster gedeckter Ton ruft wie aus unendlichweiter Ferne die noch schlummernden Naturkräfte wach.Ihnen folgen zuerst die Oboen, dann die Flöten, später dieBassons, bis endlich auch das Streich-Quartett eintritt undim Unisono die Iiolz-Bläser mit sich fortzieht.
In wechselnden Modulationen, wie in dumpfer Schwüleder Sonnengluth vor dem Sturm und Erdbeben schwilltdie wachsende Bewegung zum lauten Donner auf, um dannwieder in leisester Ermattung zu verhallen.
Dieses accompagnirte Recitativ, eins der genialstenStücke des Werks, zeugt laut von Em. Bach's grosserErfindungs- und Darstellungsgabe. Es ist ein Bild, dasauf düsterem Grunde mit Meisterhand entworfen, wiein dem falben Lichte der in Gewitterwolken verschwinden-den Sonne aufgerollt wird, halb beleuchtet, halb in Dunkelgehüllt 1 ).
!) In. einem älteren kritischen Aufsatz über Musik (Journal desLuxus und der Moden. Weimar 1793. S. 339) findet sich folgende