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s. 74. Ihm folgte sein Neffe Adolf; der vierte, der feit 62 Iahren1216. ans dem Hause der Grafen von Altena-Berg den erzbischöf-lichen Stuhl bestieg und der erste, der durch gesetzmäßigeWahl darauf gerufen wurde; leider aber auch der erste, dersich derselben so ganz unwürdig erwies. So lange nämlichKaiser Heinrich lebte, war er eifrig mit den inneren Angele-genheiten seiner Dioecese beschäftigt; nur bei den einzelnenVersuchen Heinrichs, seinem Hause die Erbfolge im Reiche zusicheren, offenbarte er einen oppositionellen Sinn gegen dieHohenstaufen (Z. 61) aber leider in einer Weise, die keinenZweifel darüber läßt, daß diese Opposition nicht sowohl insystematischer Politik gegen die absolutischcn Umgriffe jenerFürsten, als in einer schmutzigen Habsucht ihren Grund hatte,die ihn erst verleitete, seinen dem jungen Könige Friedrichgeleisteten Schwur zu vergessen und dann die Krone, wie eineWaare, nacheinander an den Herzog von Zähringen, denHerzog von Sachsen, den Welsen Otto, und zuletzt auch nochan den Hohenstaufen Philipp um Geld und Gut zu verhan-deln. Er gab dadurch das gefährliche Beispiel eines verächt-lichen Schachers, welches wir seitdem nur zu oft nachgeahmtsehen und wodurch die Einheit des deutschen Reichs für allefolgende Zeiten mehr benachtheiligt wurde, als durch die Ver-heerung des Landes und die Zerrüttung des Wohlstandes seinerBewohner, welche die so oft erneuerten bürgerlichen Kriege inihrem Gefolge hatten.
Wir haben gesehen, wie gleich damals diese verderblichenFolgen nicht nur Deutschland und insbesondere die cölnerErzdioecese trafen, sondern auch Adolf selbst, mit dem Rechteder Wiedervergeltnng schwer heimsuchten. Er wurde des Erz-bisthnms entsetzt, sein Kampf mit den beiden gegen ihngewählten Nachfolgern, war ein vergeblicher. Erst sein dritterNachfolger, zu dem wir uns nun wenden, schien dazu berufen,die tiefen Wunden die sein Haus, in der Person Adolfs, demReiche und insbesondere der vaterländischen Heimath geschlagen,zu heilen und durch seinen Martyrertodt zu sühnend)
5) So reich sein Leben ist, so dürftig sind doch in mancher Beziehung dieQuellen für dessen Beschreibung. Dies gilt insbesondere von den