744
IS. Jahrhundert.
gung der Festtage — wie auch die Katholiken gethan — überBeseitigung der Unordnungen beim Richter und Lchnschreiber, Auf-helfung der Lehnkasse zc. berathschlagten. Der Drost machte dannam 4. Mai weitere Vorschläge über Designation der gesammtschaft-lichen Documente — über Herstellung der Lehnkasse, welche wenig-stens 2000 Thlr. ausleihen müßte, um jederzeit Vorrath zu haben— den Richter Müller und Lehnschreiber zur Verantwortung zuziehen - und wiederholte solches am 20. Aug., so wie er auch —nach dem Tode des Richters Müller — sich weiter äußerte undden Lchnschreiber Sontag zu dessen Nachfolger vorschlug, derdann auch in der Conferenz am 21. Aug. (Urkb. 644) einstimmigangenommen und am 16. Nov. zu Rotenbach (S. 693) förmlichbestellt wurde. In dieser Conferenz wurde auch den Müller'schenErben aufgegeben, sich wegen der bei ihrem Erblasser von demObristl. Adam v. H. zu Almerswind (Taf. 7), zur Ertra-steuer deponirten 60 St. Louisd'or zu berechnen. Zu dieser Steuerertrug es den v. H. im Jahre 1770 zu jedem Quartalziele derder Eichsfeldschen Ritterschaft von Mainz ausgelegten ertraordin.Steuer, 92 Thlr. 8 ggr. 4 pf., also vom Jahr 369 Thlr. 9 ggr.
Im Sept. 1772 traten die bisherigen Bevollmächtigten ErnstFriedrich zu Besenhausen und der Drost zu Oberstemzurück, wahrscheinlich mit wegen Verlegung des Gerichts nachWahlhausen, welche letzterer die gemachte Karriere des Höh-bergs nennt, und seinen Austritt dem alten Senior in Unter-stein mit dem Zusatz erklärt, daß die "Bedienten" thäten was siewollten, sollten aber nicht den Herrn spielen — und vor weitemUnordnungen warnt. Man solle nicht blos Beschlüsse fassen, son-dern sie auch wahr machen und dem Lchn-Sekr. Reiter eben sowie dem Amtmann, ein votmn geben. Daß sich beide tüchtigeMänner zurückzogen, war sehr zu bedauern, und der Erfolg zeigtesich bald, indem keine Conferenzen gehalten wurden und man dieBeamten gewähren ließ. Indessen konnte dies der thätige undfür das Wohl der Familie ebenfalls besorgte Sohn des Drost,der Obcrhauptmann Joh. Carl Friedr. Sittich in Münden,nicht länger mit ansehen und trat 1777 mit neuen Vorschlägengegen die Unordnungen der beiden Beamten hervor, und wurde