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2 (1857)
Entstehung
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l6. Jahrhundert.

den übrigen Grabmahlen der Kirche wurde auch das DenkmalConrads beschädigt, und seine Statue verstümmelt, indem derMund und das Kinn, der vordere Theil des linken Arms unddas linke Bein abgeschlagen wurde. AIs im Jahre 1842 durch denBurgemeister Dieterich in Oppenheim die Kirche wieder her-gestellt wurde, ward auch auf Kosten der Familie v. H. durch denBildhauer I. B. Scholl der Schaden der Statue wieder ergänzt.Wer aber dies Denkmal dem Helden errichten lassen, ob die Dank-barkeit seines kaiserlichen Herrn, oder die treue Liebe seiner Gattinaus den Frankfurter Dukaten, ist unbekannt. Weder die Briefederselben, noch die Familien-Papiere haben darüber Auskunft, nocheine Nachforschung im Staats-Archiv zu Wien Erfolg gegeben.Die Nachrichten hierüber, so wie die Urkunden über das Dienst-verhältniß Conrads gegen Kaiser Carl dürften sich auch nurin Brüssel finden, wenn fie nicht nach Spanien gebracht, oderwährend den Unruhen in den Niederlanden oder der spätern Revo-lution verlohren gegangen sind.

Aus der Teutschen Geschichte, worin Conrad so viel mit-gespielt hatte, schalten wir hier einige Jahre ein. Der Reichstagzu Augsburg dauerte vom 1. Sept. 1547 bis zum Juli 1548.Auf demselben erhielt Herzog Moritz die Kurwürde. Ein Ueber-gang zur Vereinigung der streitenden Parlheien war durch dasInterim gemacht, worin der Kaiser den Evangelischen den Kelchim Abendmal und den Ehestand der Geistlichen einräumte; aber erbürdete ihnen eine Menge katholischer Zeremonien auf, die derEvangelischen Kirche widerstritten. Johan Friedrich v. Sachsenwieß es stets zurück und Moritz wollte sich erst mit seinen Stän-den und Theologen berathen. Die Wittenberger Theologen gabenmehr nach, als die strenge Lutheraner. Am 19. März 1548 wurde— nachdem Wittenberg an Moritz abgegeben worden, — dasakademische Gymnasium in Jena gestiftet. Moritz erhielt 1550den Auftrag der Erecution gegen Magdeburg, die er milderausführte, als der Herzog Georg von Mecklenburg, der dasdazu gehörige Städtchen Wanziehen plündern und ausbrennenließ, wie der in unserm Archiv befindliche Bericht des Raths zuMagdeburg auf Michälis 1550 bekannt machte. (Urkb. 416.53.