292
niedern Adel nicht etwa dcrKnapen, sondern nur derer, welchedurch förmlichen Ritterschlag mit der Rirrerwürde waren be-kleidet worden I. Da Ludwig die Ritterwürde nie erhaltenhat, so bezeichnete das ihm beigelegte Prädicar „Herr" sei-nen Herrenstand, der durch eheliche Abkunft von einein Kur-fürsten und Pfalzgrafen ihm angestammt war.
Grösser noch als auf dem Heidelberger Turnier undseinen hohen Geburtstand (den Herren- oder heutigen hohenAdelstand) insbesondere, mit gerechter Anerkennung kund ge-bend, war die Auszeichnung, welche dein zwanzigjährigen Lud-wig auf dem von der Ritterschaft in Schwaben gelegtenTurnier zu Stuttgart im Jänner 1484 zu Theil ward.Bei dem grossen Festmahl, den Turniergenossen gegeben vondem regierenden Herrn des Landes, Grafen Eberhard vonWirtemberg, waren obenan drei Tische besetzt mit Herrnvom Herrenstande, dann acht und dreissig mit „Rittern undEdlen". An den Tischen der ersten Classe, sogar am er-sten derselben, erhielt „Ludwig von Beyern, Herr zuScharpffeneck" seinen Platz ").
Moser, teutsches Staatsrecht, Th. 37, S. 346 ff. Eben-derselbe, von den teutschen Reichsständen, S- 807. Ist. L.Mlo8er, cke titulo Domioi. lüzzs. ff.
4) plelkinger, I. o., T. II. p. 872. St;. ist. (Istale^, coiu-mein. <1e vera «^uonstanr NinislermIItim iiickole, p>. -80—- gch.lo. LiS. Er»iner, I. c., p. 3to, not. I. C. L. Scheidt, Nach-richten von dem hohen und niedern Adel, S. 68 f. De la Curnede Sainte-Palaye, das Ritterwesen des Mittelalters; meineAnmerkung, Bd. II. S. 146.
2) "An dem ersten Tisch fassen: "Mein gnediger Herr MarggraveFriderich von Brandenburg, Grave Ebcrhart von Wirtemberg derelter, Hans Grave zu Zollern, Heinrich Burggrave zu Meisten,Herr (Dynast) zu Blawen (Plauen), Heinrich Grave zu Für-stenberg, Ludwig von Beyern, Herr zu Scharpffeneck", beidem Festmahl, welches Graf Eberhard von Wirtemberg gab aufdem Turnier zu Stuttgart im Jänner 1484, gelegt von der