Unverkennbar war die Chicane. Dessen ungeachtet ermü-dete Friedrich nicht, bei dein Kaiser um Belehnung und Be-stätigung mit Ernst und Ehrerbietung anzuhalten '). Nachdemdieser der Echrheir jenes Schreibens, und daß Philipps freieWillensmcinung darin ausgedrückt sey, durch zu dem Ende anPhilipp abgeordnete kursächsische Commissäre, wie oben (§. 8)gemeldet, versichert worden war, sendete Friedrich (1465)zum drittenmal eine Gesandschafr an den Kaiser, bestehendaus dein Bischof von Speier und dem kurfürstlichen Großhof-meister. Unverrichreter Sache kam auch diefe zurück; nichteinmal die Ursache der kaiserlichen Weigerung vermochte siezu erkunden ^).
Bitter beschwerte sich Friedrich über solche, und übernoch andere in einer reinen Jusiizsache mit dem GrafenSchaffrid von Leiningcn von kaiserlicher Seite ibm widerfabrneMißachtung, nicht nur in einem Schreiben an den Kaiservom 15. März 1466 ^), sondern auch in CircularSchreibenan seine RcichSMitstände vom 9. April 1466 ^). Ohne Rück-halt schrieb er dein Kaiser, daß er sich nicht schuldig erachte,für Geld zu kaufen, was ihm ohne solches nach Recht undBilligkeit gebühre, warum denn erst um Geld billig geschehensolle, was ohne solches schon billig sey.
Von Streitigkeiten des Kurfürsten mit der ReichsstadtWcissenburg im Elsaß, die schon (6. Febr. 1476) in Güte
" HecriZnvit ?riüer!en5 ln^eietor, muümn^ue ie^niüitn5/<
eic., schrieb AeneaS Syleins, üe statu sul) läiste-
I'ieo lll., e. 33. in Marqn. Frehcr's 8eriptvr. ulic^not ^erinun.,II. sesta. 1717), tZz.
.'I Kremcr's Geschichte :c., S. 372.
3) In Müller'? enges. Rcichötegs-Theetrnm, Verstellung V, S.203.
4) Bei Müller a. e. O., S. 205.