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1 (1893) Von 1207 bis 1648
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Vorfahren vom 16. Jahrhundert ab, fehlte noch immer, nnd doch reizte schon diebisher sehr lückenhaft nachgewiesene Existenz zahlreicher hervorragender Mitgliederder Familie aus der Zeit bis zum Jahre 1740 zur Erforschung der Quellenihrer Geschichte auch im neuern Zeitalter.

Namentlich war es ein Mann, dessen Verdienste um die ehrwürdige Kathedraleeiner uralten Harzstadt und ihr Hochstift ihm das rühmlichste Andenken nicht alleinlaut vieler hier und dort bisher verborgenen Schriftstücke, sondern viel mehr nochdurch sichtbare Monumente und Stiftungen für alle Zeiten gesichert haben, einMann, dessen hohe Bedeutung für das Hochstift und den geistlichen Staat Hal-berstadt bisher nur geahnt werden konnte, ehe die Forschung zahlreiche, um nichtzu sagen zahllose Documente ans Licht zog, welche ihn als den auf die innernGeschicke seines Staatsgebiets einflußreichsten Prälaten und Mitregenten darstellten:Der Domdechant und Portenarius des Hochstifts Halberstadt, Probstdes Collegiatstifts von St. Bonifaz und Moritz daselbst, Matthiasv. Oppen, aus dem Hause Schlalach in der Mark gebürtig, der sein thaten-reiches, von Gott gesegnetes Leben am 11. April 1621 endigte, bald nach demBeginne jenes entsetzlichen Krieges, der Verwüstung und Verderben jeglicher Artüber sein geliebtes zweites Vaterland brachte. Für die richtige Erkenntniß seinesCharakters und seiner staatsmännischen Klugheit, seines Einflusses auf die Leitungder Geschicke des geistlichen Staates, zu dessen obersten Würdenträgern er gehörte,sind wir glücklicherweise nicht auf einzelne Urkunden beschränkt, sondern sein Leben,sein Schaffen und Wirken in seinem eigenen und seines Hauses Interesse, ja nochvielmehr im Dienste seiner Kirche und ihres Staatsgebietes wird uns durch einkostbares, von seiner eigenen Hand geschriebenes Tagebuch vorgeführt, welches dieStürme der Vergangenheit überdauernd sich im Gewahrsam des Königlichen Staats-archivs zu Magdeburg befindet und als eine hvchschätzbare Quelle für die Geschichtedes Stifts Halberstadt vom Ende des 16. Jahrhunderts bis zum Jahre 1621,und für die Zeitgeschichte überhaupt, endlich der Veröffentlichung entgegenge-führt wird.

Die Restaurirung eines zur Verschönerung der herrlichen Domkirche inHalberstadt vom Domdechanten Matthias v. Oppen gestifteten Bauwerkes, welcheder Besitzer des gleichfalls von diesem gegründeten Fideicommisses Alt-Gaters-leben-Nachterstedt, der Königlich Dänische Kammerherr und Hofjäger-meister, Rittmeister ä In suits der Armee Herr Rudolf v. Oppen-Schilden, Herr der Herrschaft Haseldorf in Holstein, in edler hoch-herziger Weise ausführen ließ, erweckte in ihm zugleich den Wunsch, zunächst denQuellen zur Kenntniß seines berühmten Vorfahren, dessen Andenken durch einseinem Geschlecht zuin Frommen gestiftetes Stipendium für alle Zeiten fortlebt,nachforschen zu lassen, zugleich aber auch durch eine Sammlung der urkundlichenQuellen zur Geschichte seines Gesammthauses, sowie durch die Abfassung einer