mit ihrem verlobte» Bräutigam zusammen sein, Rudolfund Mincheu waren auch gekommen, und so herrschte einfröhliches Leben unter den jungen Leuten, so daß wirAlten uns wohl darüber freuen konnten. Es wurde beidieser Gelegenheit auch der Tag der Hochzeit bestimmt unddazu der 13. August festgesetzt. Da mußte Emilie nuntüchtig an ihrer Ausstattung arbeiten und es gab, wieimmer bei solchen Veranlassungen, für nns Eltern mancheSorge. Wir waren mit Karl eins geworden, daß erMöbel und Betten dort anschaffen sollte, weil der Transportimmerhin eine mißliche Sache wegen der Beschädigungwar. So hatte auch er seine Arbeit, um die von ihnenzu beziehende Wohnung einzurichten, wobei er an FrauKugel, seiner erfahrenen Hauswirthin, eine gute Rathgebcrinhatte. So vergingen die Tage unter mancherlei Arbeitenfür unsere Frauensleute. Ich hatte in meinen freienStunden das Thema: „Der Sonntag in seiner Bedeutungfür die Erziehung", als Cirenlararbcit für die NeinstedterBrüderconferenz zu bearbeiten.
Da versetzte nns ein Brief von unscrm Neffen OttoKoch in Berlin in Traner. Er meldete nns darin den am20. Juli erfolgten Tod unseres Schwagers und BrudersHeinrich Koch, welcher in Folge der Amputation seineslinken Beines eingetreten war. Schon Jahre lang hatteer an einer Knieentzündung gelitten, jetzt war das Uebclaufs Höchste gestiegen, es hatte ihm das Bein abgenommenwerden müssen. Drei Tage nach der Amputation desselbenwar eine Ader gesprungen und der starke Blutverlust führtesein Ende herbei. Er war in seinem Berufe pünktlich undunermüdlich thätig, und ein sorgsanier Vater für seineFamilie. Er hinterläßt nebst seiner Wittwe drei Söhne,Otto, Paul und Emil, und zwei Töchter, Hedwig vcrwittwcte Lange und Elise, von denen vier in Berlinwohnen.
Der 13. August rückte immer näher und mit ihm dieVorbereitungen zu Emiliens Hochzeit. Vom Standcsamtewar die übliche Bekanntmachung im Kasten des Nathskellers