mit meinem Bruder Alles besprochen, wie mir es nachihrem Tode halten sollten. Da sie nichts mehr gewünschthatte, als daß mir alle im Frieden uns auseinandersetzenmöchten, so theilten mir die Hinterlassenschaft unserer Elternso, daß so viel als möglich jedes einzelnen Wunsch berück-sichtigt werden sollte. Und so geschah es ohne irgendwelchen Streit, so daß ich glaube, unsere HeimgegangeneMutter würde, wenn sie dabei gewesen wäre, damit zu-frieden gewesen sein.
Möge sie nun im Frieden ruhen bis zu der Stunde,da die Stimme des guten Hirten sie wieder erweckt undwir ihr freundliches Auge wieder erblicken, mit dem sieuns noch jetzt in dem Bilde, das ich von ihr besitze, an-blickt. Sie hat ihre Lebenstage bis ans 73 Jahre 10Monate und 10 Tage gebracht, und folgte ihrer an: 9.Mai 1868 verstorbenen jüngern Schwester Marie, also dreiJahre später, im Tode nach.
An ihrem Begräbnißtage starb auch ein Verwandter,der Schankwirth Karl Schellhoß in: Altendorfe zu Nord-hausen wohnhaft. Er war mit der Wittwe des verstorbenenSchankwirths Ohse verheirathet.
Bei unserer Anwesenheit in Nordhansen äußerte meinBruder August, wie er unser Miuchen gern zu sich nehmenwolle, damit sie doch Jemanden um sich hätten, da siekinderlos waren und nun seit den: Tode unserer Mutteres ihnen so leer vorkam. Wir überlegten uns die Sacheund da Minchen selbst Lust hatte, so wurde ihre Ucber-siedelung nach dort zu Pfingsten beschlossen, wohin sie dannauch mit ihrer Mutter an: Pfingstheiligabend, den 4. Juni,abreiste. Sie sollte sich dort weiter in weiblichen Hand-arbeiten vervollkommnen, zunächst sich aber etwas bei Onkelund Tante einleben.
Unter den gewöhnlichen Arbeiten in Feld und Gartenverlief der Mai und Juni dieses Jahres schnell, und in:Juli hatte mein Bruder August versprochen, uns mit seinerFrau und Minchen einen Besuch zu machen, worauf wiruns allerseits recht freuten. An: 11. Juli überraschten sie