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Erlaubniß zu unserer Reise und traten dieselbe am 24. Julia». Der Herr Graf war so gütig, uns mit seinem Gespannnach Güttingen fahren zu lassen, da wir unfern Weg dies-mal über Nordhausen machen wollten. Es war ein herr-licher Dag, sowie ja auch der ganze Sommer merkwürdigin der Art war, daß er fast ununterbrochen warm undtrocken war. Schnell flog die Locomotive dahin, baldwaren wir in de» nicht uninteressanten Gegenden des Eichs-feldes. Unter anderen hübschen Partien sah ich auch dashochgelegene ehemalige Kloster Neifenstein, jetzt eine Domaine,dessen hübsche Steinbilder die Domkirche meiner VaterstadtNordhansen schmücken. Dann kamen wir nach Heiligcn-stadt und Worbis, und von Bleicherode ans bekamen wirschon den hohen Petrithurm von Nvrdhausen und bald dieganze Stadt zu sehen. Da wir nicht geschrieben hatten,so erwartete uns natürlich auch Niemand, und wir konntenganz gemüthlich vor der Wohnung meines Bruders vorbei-gehen und einige Straßen durchwandern, den Marktplatz,das alte Nathhans mit dem Rolandsbilde, das Riesenhausmit der Niesenstatne u. a. besehen, und waren so unver-mnthet in die Nähe meines Schwagers Werner gekommen,wo wir einkehrten und meine Schwester antrafen, die natür-lich über unsere Ankunft höchst erfreut war. Nachdem wiruns dort etwas erholt, während dessen unser Schwagerauch gekommen war, gingen wir zusammen nach meinemBruder Angnst, der die Wohnung meines seligen Vatersbesitzt und auch dessen Dienst übernommen hat. Wir hattenuns in 10 Jahren nicht gesehen und waren also beide umso viel gealtert. Meine Mutter hatte ihr Wittwenkämmerchenoben in unserer früheren Schlafkammcr, welches ihr derKirchenrath, in Ansehung der langjährigen Dienstzeit meinesseligen Vaters, bis zu ihrem Tode belassen will. Sie warnicht zu Hause, sondern ans Wäsche und groß war unsereFreude, daß sie in ihrem Alter noch so rüstig und munterwar. Am Abend kam auch mein Bruder Hermann mitseiner Frau, denn er war schon einige Jahre verheirathct.So waren wir denn einen Tag wieder alle beisammen und