Druckschrift 
Die Geschichte des gräflich Aldenburg-Bentinck'schen Erbfolgestreites in einem Umrisse ...
Entstehung
Seite
37
Einzelbild herunterladen
 

— 37 —

sionsrechte waren dieselben theils durch jene Herzogliche Erklärung,theils durch den von ihrem verstorbenen Vater anhängig ge-machten Prozeß beruhigt. Eine Aenderung des Besitzes undder Regierung zu ihrem Nachtheil, ohne augenblicklichen Schutzdagegen zu finden, schien ihnen nicht möglich. Auf die Nachrichtvon jenem Todesfall eilte der älteste der drei Brüder, GrafWilhelm Friedrich Christian, Königlich NiederländischerKammerherr, der nunmehrige rechtmäßige Nachfolger und jetzigerKläger in dem bekannten Succcssionsstreite, nebst seinem jüng-sten Bruder, dem Grafen Heinrich Johann Wilhelm,Großbritannischem Gardeobristen, herbei. Beide trafen nochzur Leichenfeier ihres Oheims in Varel ein. Der zweite Bru-der, der Großbritannische Gardeobrist, Graf Karl AntonFerdinand Bentinck, war durch Krankheit zurückgehalten.

Die Gräflichen Beamten hatten bereits am Todestage deslctztregierenden Grafen, den 22. Oktober 1835, Namens deszweiten legitimirtcn Sohnes der S. M. Gerd es, des sobe-nannten Grafen Gustav Adolf, ein Patent, worin dieser seinenRegierungsantritt verkündete, ausgegeben. Sie nahmen fürihn von den Gräflichen Schlössern und Herrschaften Besitz,und erklärten den legitimen Agnaten, die zwei Tage nach ihmangekommen waren, ihren Widerstand. Ein Verfahren imGeschmack des Mittelalters: Große des Reichs, die sich unterMehreren ihren Herrn wählen.

Das Erste, was der rechtmäßige Nachfolger that, bestanddarin, daß er den Großherzog von Oldenburg, in einer am1. November gewährten förmlichen Audienz, um seine Aner-kennung als Herrn von Kniphausen und um die Annahmeseiner Huldigungsreverse bat; ein Begehren, welches er ineiner späteren Vorstellung vom 8. November 1835 wiederholte.Auf der anderen Seite hatte der Gräfliche Amtmann zu Varel,