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Die Geschichte des gräflich Aldenburg-Bentinck'schen Erbfolgestreites in einem Umrisse ...
Entstehung
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gesetzen unterworfen. Der Grund zu dieser Nachgiebigkeit vonSeiten des Grafen lag wohl hauptsächlich darin, daß er aufdiesem Wege für seine, die Rechte der nächsten Agnaten kränken-den Pläne eher ein Nachsehen hoffte, und er den Oldenburgi-schen Sequester noch vor seinem Tode auch deshalb aufgehobenwünschte, damit dieser nicht der beabsichtigten Besitzergreifungzu Gunsten jener Söhne derSara Gerd es im Wege stände.Den Varcler Beamten, welche dazu mitwirkten, war es er-wünscht, sei es auch auf Kosten der Gräflichen Gerechtsame,in die Stellung Oldcnburgischer Beamten zu kommen, weil siedann ruhiger der Gefahr, der sie sich durch eine Verdrängungdes rechtmäßigen Nachfolgers aussetzten, entgegen sehen konnten.

So hatte denn die Gewalt des Stärkeren das unabhängigeKniphauscn unter die Hoheit Oldenburgs gebracht, und Letzteremin Beziehung auf Varel neue Rechte erworben. Die Mediati-sirung war auch für die Bentinck'sche Familie, wennauchwegen Kniphauscn unter den günstigsten Verhältnissen, einge-treten. Die Landeshoheit blieb ihr, und den früher von Kaiserund Reich genossenen Schutz hatte ihr nun Oldenburg unter derGarantie des deutschen Bundes zu gewähren. Wenn die kleinerenNeichsständc dem Zusammenhang und der Einheit der größerenStaaten zum Opfer fielen, so fand das ihnen zugefügte Unrechtmeistens eine Versöhnung in dem Gedanken an das allgemeineBeste, und in dem fürstlichen Benehmen der Souveraine. Eingroßherziger und ritterlicher Sinn schützte die Mediatisirten inden, dem Staatswohl unschädlichen Rechten, und gönnte ihnengern ihre Ehrenvorzüge. So konnten sie Säulen des Staates wer-den, demsieAnfangs widerwillig sichfügten. Die Bentinck'scheFamilie verlor, ohne daß ein Staat gewonnen hätte; nachdemsie die Souverainetät aufgeben mußte, hatte sie um die Ehreihres Familienstandes zu streiten.