Druckschrift 
Die Herren von Rodenstein : nebst der Sage von den Wandergeistern auf Schnellerts und Rodenstein
Entstehung
Seite
81
Einzelbild herunterladen
 

und hülflvS, tief unter Trümmern verschüttet und haucht,nach oft vicltägiger Marter seinen Geist aus. Freund,siehst d» dort die Gegend, die jenes ferne Gebirg be-gräuzk, wage dich nicht hinan, die Pest wüthet fürchter-lich dort unter deinen Brüdern; aber auch hier darfstdu nicht länger verweilen, die Sonne dorret alles ausder Erde heraus, es wirb übel um deine Ernährungaussehen. Ziehe hinunter in jenes fruchtbares Gefilde,wie auch dort findest du deine Göttin in innererZerstörung begriffen! Ungeziefer hat die Blätter derBäume und das Bunte der einen aufgezehrt, und diestürmenden Fluchen des ausgetretenen Stromes reißenBrücken und Gebäude gewaltsam mit sich fort.

Frennd! findest du immer noch in der bloßen Na-tur eine höchste Liebe, wie sie das Christ;nthnm seineBekenner, unter allen Stürmen des Lebens fühlenläßt? Dn bist indessen zu beklagen, wenn du aus dei-ner Natur, die du ohnehin nur nach ausien zu erken-nen, im Stande bist, denn, ins Innere der Na-tur (ich will sie, so weit ss« es verdient, mit diesemNamen belegen: das nau pla« ultra wage ich nichtabzustecken) dringt kein erschaffener Geist nicht einengleichen Trost schöpfen kannst. Aber, gestehe es nur,du tritst zurück, und dein philosophisches Gechinme fälltin diesem Punkte in sein Nichts zusammen; denn dnhast hier überhaupt nichts höheres, als die Naturselbst, entgegen zu setzen. Einen blasen Spielball inder weiten Schöpfung abzugeben, das kann aber inder That wenig erbauen und noch weniger Beruhigung

0