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gewähren, in Zeiten, von welchen wir sagen müssen,sie gefallen uns nicht. Und, was soll denn überhauptdein, in allen seinen Thcilen so unsicheres Lehrgebäudezum Zwecke haben? Die Moral, die du mit demMunde so hoch erhebst, doch gewiß nicht; denn dage-gen streitet die tägliche Erfahrung mit allen Waffen.
Alle Krämere-.) mit Moral und alle Gelehrsamkeit,ohne daß die wahre Religion die versöhnende Liebe im >Herzen des Menschen auch Wurzel geschlagen hätte,können höchstens nur für den Umgang mit der großenWelt verfeinern, uns brauchbar zu verschiedenen Ge-schäften des Lebens und fähig zur Erfindung neuerWahrheiten machen. Aber damit hat immerhin derMensch seine Bestimmung noch lange nicht erreicht undder ganze Quark kann ihm weder Gewissensruhe ver- tschaffen noch sichern. Dieses Glück ir alle n den wohl-thatigen Anwendungen unserer Kenntnissen undFähigkeiten aufbewahrt, und diese lehrt uns die Re-ligion. Gelehrsamkeit in der Seele eines Verächtersder Religion ist oft einem goldenen Dolche in der Handeines Banditen gleich. Sic ist um so gefähtlicher,wenn sie zum Dienste der Laster gemißbraucht wird, jeweniger man diesen Mißbrauch von ihr befürchtet, undje einnehmender nuter ihrer Hülle das Laster zu erschei-nen, fähig ist. Ich wünschte, daß die Erfahrung mirhier widerspräche. —
So lange der Römer seine Götter und eine Ver-geltung glaubte, war Treue und Glauben unter diesem