Weitere Nachforschungen im Innern des Schlossesdürften nicht unbelohnt bleiben. Beim Dnrchgrabenim Burghofe fand sich unter andern ein großer, vier-eckiger, steinerner Brunnentrog, der nun in dem Hofedes, am Fuße des Schloßberges gelegenen Meicrhofesaufgestellt ist. An diesem Troge stehen folgende latei-nische Buchstaben eingehauen: II. II. V. V. k. -Vv. V. k. <1 V. K. mit dem Rodensteinschen undNeippergschen Wappen und der Jahrzahl 1608. Wennman die Dechifferirung dieser Buchstaben in Rücksichtauf die Wappen, unternehmen wollte; so dürfte derenInhalt folgender seyn: Hans. Iloioiiolt. Von. Vnh.Tu. Hockenstoin. ^una. Ooiotliss. Von. Hohenstein.
(ledoone. Von. FeippenA. Hieraus geht mit Gewiß-heit hervor, daß diese Burg vor 200 Jahren — undvielleicht noch längere Zeit nachher, bewohnt wurde.
Ein anderer in der Ruine aufgefundener Sandstein,hat die Jahrzahl 1539. Er ist nun über der Haus-chüre der Pachterwvhnung eingemauert,
Dieß ist ungefähr das Bcmerkenswerthe, was sichvon der Ruine Rodenstein dermalen noch sagen läßt.Der Zahn der Zeit wird mit jedem Tage mehr darannagen und darum habe ich diese topographische Skizze,von dem ehrwürdigen Reste, aus reutscher Nitterzeichier entworfen. Doch will ich auch noch des sogenann-ten Lindengartens gedenken, weicher zur Einfticdigungder Burg gehört und schon zu der Rodensteiner HerrenZeit so hieß, Linden sind zwar kerne mehr vorhanden,aber Bohnen und anderes Küchcngepflänze ziert dieses»