Wissenschaftlicher Vorbericht.
IX
haben. Wir erlauben uns ferner, zu bemerken, daß wir, nnsers Wissens zuerst, in einem universal genealogischenWerke den Unterschied der gleichnamigen Dinasten- und Dicnstmannengeschlechter hervorgehoben haben,und daß wir z. B. bei Andechs, Dachau, Dornberg, Ebersberg, Eberstein, Baumgarten, Falken-stein u. s. w. überhaupt zum erstenmal Dinasten- und Ministerialcngeschlechter nachgewiesen haben, eine That-sache, die ihre Anerkennung verdient, wenn man bedenkt, wie sehr matt bisher in derlei Werken die Herren und dieDiener mit einander vermengte oder die letzteren an die ersteren anknüpfte.
Was endlich die Vollständigkeit nnsers „Stammbuchs" anbetrifft, so kann sie überhaupt neben der Qualitätnur durch die Quantität der einzelnen Artikel bemessen werden, und auch hier sprechen Zahlen weitaus zu unsermBesten, denn es enthält z. B. der Buchstabe A
bei v. Hellbach bei Kneschke in unserm Stammbuch386 751 1298
der Buchstabe A
823 1498 2471
woraus sich ergibt, daß unser Werk bei A um 912 mehr als v. Hellbach und um 547 mehr als Kneschke,bei N aber um 1648 mehr als v. Hellbach und 983 mehr als Kneschke enthält.
von diesen ch
von diesen ch
A
1298
637
D
1321
454
B
3559
1255
C
1189
591
C
1279
415
F
1252
563
Es enthält also dieser Band in Summe 9898 Geschlechter, von denen 3855 abgestorben sind. Das ganzeWerk wird nach diesem Plane vier Bände und im Ganzen etwa 46,696 Familien enthalten.
Die Frage, welche Geschlechter in unser „Stammbuch" aufgenommen seien, beantworten wir dahin: Alle unsbekannt gewordenen, blühenden oder abgestorbenen Adelsfamilien (mit Ausnahme der jezt regierenden Häuser), welcheurkundlich nachgewiesen entweder von deutscher Nation, oder in Deutschland bedienstet oder begütert sind oder waren,gleichviel ob deren Berechtigung in einem oder andern Staate allein oder in allen Staaten des deutschen Vaterlandes aner-kannt sei. Wir haben deßhalb vom großdeutschen Standpunkte aus auch Geschlechter Poleus, Ungarns, Italiens u. s. w.aufgenommen, so weit deren Heimath unter deutscher Botmäßigkeit steht und in soferne sich Glieder dieser Familien inHof-, Staats - oder Militärdiensten d eutsch er Souveraine finden, oder von den deutschen Kaisern und Fürsten Standes-erhöhungen erhalten haben; deshalb werden dem Leser die karaktcristischen Namen verschiedener Nationalitäten in diesemWerke begegnen, nie aber ohne daß die Angabe des Grundes dafür in einem der oben ausgesprochenen Umstände fehlte.Wir haben uns ferner beflissen, namentlich bei gleichbenannten Familien die Wappenbilder kurz anzudeuten, und nichtselten findet sich, wo andere Nachweise für ein Geschlecht fehlten, eine Beschreibung der Hanptbilder des Wappens, umdadurch andern Forschern, denen ein solches fragliches Geschlecht nicht bekannt sein sollte, wenigstens historischen Da-seins desselben zu vergewissern. Daß es in genealogischen Angaben über Unterschiede der Geschlechter in den
*) Hier konnte, da das zweitgenannte Werk beim Druck dieses Vorwortes erst bis zum Artikel Doqvc erschienen war, nur die Zahl'der Artikel A — Doylie in Rechnung gebracht werden; da dieß aber ebenso bei v. Hcllbach und bei unserm Stammbnchc gehaltenwurde, so bleibt sich die Verhältnißzahl vollkommen gleich.