Druckschrift 
Geschichte der Burschenschaft Alemannia zu Bonn : Festgabe z. Feier des 50-jährigen Stiftungsfestes der Burschenschaft Alemannia
Entstehung
Seite
186
Einzelbild herunterladen
 

186

betriebenen Rempeleien an der Pyramide und auf dem Bürgersteig desBonner Marktes dar.

Eine Einrichtung, die gleichfalls seit Anfang der achtziger Jahrewieder zu neuem Leben erwacht ist, war die des Burschcnkränzchens. Fürdasselbe ist im Laufe der Zeit eine Art Schema der zur Besprechungkommenden Gegenstände eingerichtet worden. Zunächst sollten geschichtlicheThemata der deutschen Burschenschaft und unserer Alemannia, soweit sienicht im Fuchskränzchen erörtert werden, besprochen werden. Ferner wurdeWert darauf gelegt, das; ein Jeder von uns sich soweit mit der äußerenund inneren Politik des Vaterlandes beschäftige, das; er allmählich einenEinblick in dieselbe gewönne, um nicht beim Eintritt in das bürgerlicheLeben ganz unbekannten Dingen gegenüber zu stehen. Um dem Einzelnendas zu erleichtern, waren jedesmal ältere Mitglieder mit einem zusammen-fassenden Bericht über die Tagesereignisse in Deutschland betraut. Denübrigen fiel abwechselnd der Bericht der übrigen in der Welt stattfinden-den politischen Vorgänge zu. Von einer Erziehung in einem besonderenpolitischen System war selbstverständlich nicht die Rede, wenn auch ab undzu von einigen alten Herren eine Beeinflussung in diesem Sinneversucht wurde. Im Gegenteil stand Jedem die freie Meinungs-äußerung zu. Wir glaubten mit Recht, daß erst die Thütigkeit alsStaatsbürger das volle Verständnis, mindestens aber die Berechtigungzur aktiven Politik mit sich bringt. Selbstverständlich will aber schon dieaktive Burschenschast ihre Mitglieder zu selbständigem Urteil, zum Freiseinvon politischen und religiösen Vorurteilen, zu voller geistiger Unabhängig-keit erziehen.

Ferner bildeten die wichtigeren Aufsätze der Burschcnschaftlichen Blätterden Gesprächsstoff für den Abend, dessen mehr oder minder anregenderund interessanter Verlauf in erster Linie von dem Einfluß des Leitersabhängig war.

Uber das Fuchskränzchen brauchen wir nichts zu berichten, weil eskeine wesentlichen Veränderungen in seiner inneren Gestaltung erlitten hat.Doch muß ich im Anschluß an die Kränzchen die gerade im letzten Jahr-zehnt stattgehabte Vermehrung und sorgfältige Ordnung unserer Büchereierwähnen, um die sich Pohl, Perthes und Pflüger ganz besondereVerdienste erworben haben. Wir haben schon manches wertvolle Blattund Buch derselben einverleiben können und danken viel dem Interessealter Herren, die sich mit Schenkungen daran beteiligt haben.

Der Kernpunkt unseres Lebens, der Verkehr zwischen den einzelnenBundesbrüdcrn, die Auffassung der engeren Prinzipien unserer Alemannia,