Die Alemannia
voll Ostern M8 bis Ostern s858.
Von Ilr. Fcodor Goecke.
Vorbemevku n g.
In verschiedenen, aus dem Anfang der sechziger Jahre herrührenden,in erster Linie für die Fuchskränzchen zur Information der jüngeren Mit-glieder über die bisherigen Geschicke der Alemannia geschriebenen, geschicht-lichen Darstellungen ist der Zeit von 1848 bis 1858 zum Vorwurf gemacht,daß sie die alten burschenschaftlichen Prinzipien nicht aufrecht erhalten habe.
Richtig ist nur, das; die Verbindung als solche spezifisch wissenschaft-liche und dergleichen Tendenzen, sowie namentlich Politik als außerhalbdes Kreises der Verbindung als solcher liegend bezeichnete. Doch ge-stattete sie ausdrücklich, daß die Mitglieder sich untereinander zur Förderungderartiger Interessen zu sogenannten Kränzchen vereinigten. Dieser Stand-punkt wurde auch, als man im Jahre 1851 die Prinzipien der Verbindungstatutarisch feststellte, in dem am 30. Juni 1851 angenommene» K 2ausdrücklich und ohne Widerspruch statutarisch genehmigt (in dem 1854/55angenommenen Statut aber wieder sortgelassen). Wenn hiernach auch die Ver-bindung als solche sich nicht mit Politik befaßte, so war damit doch nichtgesagt, daß die Mitglieder sich nicht für die vaterländischen Interessen er-wärmt hätten, oder daß ihnen die vaterländische Politik und wissenschaft-liche Bestrebungen gleichgiltig gewesen seien. Im Gegenteil hat besondersin politischer Beziehung unter den Mitgliedern stets ein durchaus patrio-tischer, vaterländischer, jeder Reaktion widerstrebender Geist geherrscht, undes hat wohl kein Mitglied gegeben, das nicht an dem alten burschcnschast-lichen Ideal eines einigen Deutschlands mit ganzem Herzen festhielt. Werdas schwarz-rot-goldene Band um seine Brust schlang, war sich bewußt,daß dasselbe die deutschen Farben, die Farben Gesamtdeutschlands, desgroßen einen Vaterlandes repräsentierte und daß er sich mit der Annahmedes Bandes zu diesem Vaterlande bekannte.