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zu ermöglichen. Die Antwort auf das letzte Gesuch lautete folgender-maßen:
Bonn, den 6. September 1889.
Der Burschenschaft Alemannia erwidere ich auf das gefälligeSchreiben vom IS. Juni d. I. ergebenst, daß der Herr MinisterBedenken trägt, der Burschenschaft eine Beihülfe zu den Kostender von ihr veranstalteten Turnübungen aus Universitätsmittelnzu gewähren, da die Teilnahme an diesen Turnübungen nichtallen Studierenden offen steht, sondern nur solchen, welche indie in erster Linie andere Ziele verfolgende Korporation ein-treten und sich zur Beobachtung ihrer Statuten verpflichten.
(gez.) Gandtner.
Uns war diese Antwort nicht ganz verständlich. Jeder, der mitstudentischen Angelegenheiten einigermaßen vertraut ist, weiß, daß dieTurnvereine, besonders die farbentragenden, als festgeschlossene, schlagendeVerbindungen sich äußerlich gar nicht von uns unterscheiden. Warum solltealso ihnen allein die Vergünstigung zu Teil werden? So wandten wiruns nochmals, und zwar direkt an das Ministerium, indem wir vor-schlugen, daß die Negierung die städtische Turnhalle für die ganzeStudentenschaft zu gewissen Tageszeiten mieten und ebenso für einengeeigneten Lehrer sorgen sollte. Unser Vorschlag kam zur Ausführungund wir sind jetzt der Unkosten enthoben, dafür aber gezwungen, mitfremden Verbindungen zusammen zu turnen. Da jede Verbindung eineeigene Riege bildet, sind keine besonderen Nachteile damit verknüpft.Überdies gestatteten wir auch früher schon fremden Studenten die Teil-nahme an unseren Turnübungen, so lange für dieselben keine andereGelegenheit vorhanden war.
Wir pflegten das Turnen deswegen noch in besonderem Maße, weilwir glaubten, den Einfluß, welchen die übertriebene Mensursimpelei zu er-ringen drohte, dadurch einschränken zu können. Unter diesem Mensurunwesenist natürlich die Schlägermensur als solche nicht gemeint, wie wir sie alsAusgleichungsmittel studentischer Jnkommentmüßigkeiten und der zwischenvorwärts strebenden Verbindungen leicht vorkommenden Differenzen nachden heute noch allgemein geltenden Grundsätzen für durchaus notwendigerachten, sondern die Art und Weise, wie die Zahl der Mensuren alsMetermaß für die Tüchtigkeit eines Farbcnstudentcn gleichsam als Be-fähigungsnachweis für die studentische Vollkommenheit betrachtet wird.Es ist schon bei manchen anderen Verbindungen Sitte geworden, keinem