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Parteien bedingte. Zu solchen Beeinflussungen gehörten zum Beispiel dieBestrebungen des Vereins deutscher Studenten*), welcher, kaum geboren, eineNeugruppicrung der Bonner Verhältnisse, um sich natürlich als Angel der Welt,herbeiführen zu können glaubte. Da er aber abgesehen von der Aussichtlosig-keit dieses Beginnens noch den einzigen Weg einschlug, um es mit der BonnerStudentenschaft gründlich zu verderben, nämlich des allergnädigsten 8. Li.unterthänigst ergebener zu sein, so fiel sein Versuch ins Wasser. Trotzdemlud er noch, es war Anno 1887 am Ende des 8., die gesamteStudentenschaft zu einem Kaiserkommers ein, nachdem diese bereits am18. Januar denselben gefeiert hatte. Dieser Einladung folgte zwarkeine Verbindung, wohl aber das gesamte Offizierkorps, welches durch dieMitteilung, daß Moltke die Kommerse des Vereins in Berlin besuche, sichdazu hatte bestimmen lassen. Auf Grund dieser Erfolge erschien dannein Aufsatz aus der Feder eines Mitgliedes des V. D. 8t., daß endlichdie Bonner Studentenschaft durch den V. D. 3t. wieder zum patrio-tischen Denken und Handeln aufgerüttelt worden sei.
Doch wir kommen von unserer Vcrtretcrversammlung zu weit ab.Es stellte sich später heraus, daß die jedesmalige Berufung einer allgemeinenStudcntenversammlung sehr großen Schwierigkeiten begegnete, und sowurde durch Hinzuziehung der sechs Fakultätsvertreter die ursprünglich nurvorberatende Vertretervcrsammlung für die Mehrzahl der Fülle zur aus-schlaggebenden erhoben. Doch müssen wir im Prinzip daran festhalten,daß, wenn eine Frage nicht mit großer Majorität der Vertreter erledigtwird, die Studentenschaft selbst das letzte Wort in der Angelegenheit zusprechen hat. Diese Einrichtung, welche sich bis heute, von geringfügigenUnterbrechungen und Veränderungen abgesehen, erhielt, hat sich noch alsdie beste Form der bisherigen Vertretung erwiesen; nur gehört eisernerFleiß und dauerndes Interesse unserer Burschenschaft dazu, um sich innerhalbdieses Kreises die ihr gebührende Stellung zu wahren und Übergriffedesselben auf ihm nicht zustehenden Gebiete energisch zurückzuweisen. Wirverdanken es dieser Stellung, daß uns oder dem D. E. bei den meistengrößeren Festen der Studentenschaft in den letzten zehn Jahren das Prä-
*) V. O. Lt. — Verein deutscher Studenien. Vor etwas langer als einem Dezen-nium gegründet, fast über alle Hochschulen verbreitet, besonders in Berlin und Leipzigstark vertreten, wollte die deutsche Studentenschaft im nationalen Sinn reformieren.Diese gute Absicht hatte weniger Früchte gezeitigt. Nach meinen persönlichen Er-fahrungen hat sich der V. O. Lt. meist als höchst einseitiger politischer Verein in derStudentenschaft aufgeführt. Ihn der deutschen Burschenschaft als Muster hinzustellen,ist mir unverständlich.