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Geschichte der Burschenschaft Alemannia zu Bonn : Festgabe z. Feier des 50-jährigen Stiftungsfestes der Burschenschaft Alemannia
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Anstatt die Kräfte und die Bcthätigung des guten Wittens für diegroßen Momente aufzusparen, wo die Begeisterung alle Hindernisse schwindenlaßt, werden im ständigen Ausschuß die Eifersucht und Begehrlichkeitmancher Parteien erst recht aufgestachelt, um allen späteren Einigungs-versuchen gründlich die Bahn zu verlegen. Hier werden alle Verbindungen,selbst wenn sie erst kurze Zeit auf der Hochschule bestehen, sehr balddieselben Rechte verlangen, wie die ältesten. Entweder bedarf es einesstets von neuem entbrennenden Kampfes oder man giebt nach. DieseGleichberechtigung der Korporationen wohlverstanden nicht der einzelnenStudenten ist aber in Fragen, die organischer Natur sind und vielleichtauf Jahre hinaus die Studentenschaft binden und auf solche Fragen mußder Ausschuß mangels anderer Beschäftigung verfallen, völlig unstatthaft.Den Verbindungen, welche einen mehr beständigen Charakter tragen, könnteso leicht diese beste Eigenschaft durch Mehrheitsbeschluß genommen werden.Oder es erfolgte Austritt, Auflösung, kurzum das alte Bild.

Viel praktischer und erfolgreicher erschien uns der Weg, den wir inden letzten Semestern betreten hatten und der uns im 3. 3. 86 zu einemglücklichen Ziele führte. Statt des ständigen Ausschusses sollte ein soge-nannter Turnus eingeführt werden, d. h. es sollte nur bei besonderenVeranlassungen, wo es sich um das Interesse der gesamten Studentenschafthandelte, eine Versammlung der Vertreter sämtlicher Verbindungen berufenwerden, der abwechselnd eine Verbindung nach der andern präsidierte undauf der ausschließlich die aktuellen Fragen zur Beratung kamen. Indieser Versammlung, welche keine neuen Institutionen schaffen oder ein-schneidende Veränderungen unseres akademischen Lebens herbeiführen konnte,welche ursprünglich überhaupt kein beschließendes, sondern beratendes Ver-mögen hatte, war jeder Verbindung eine Stimme zuerkannt. Sobald sichdie Mehrzahl für die angeregte Frage erklärte, wurde die allgemeine Studenten-versammlung berufen und ihr der Vorschlag der Vertreterversammlung zurendgültigen Entscheidung vorgelegt. Auch hier galt die Stimme einesjeden Studenten gleich. Das burschenschaftliche Prinzip der Gleichbe-rechtigung der Einzelnen war somit im vollsten Sinne gewahrt und dochuns zugleich die Gelegenheit geboten, in diesen Versammlungen dankunserer Erfahrung und unseres Eifers für die Sache, das Schwergewicht derweiteren Verhandlungen an unsere Partei zu knüpfen. Der große Vorteildieses jedesmal sich frei zusammenfindenden Ausschusses war der, daß keinekünstlich und systematisch betriebene Beeinflussung, die bei den sporadischenTagungen der Vertrcterversammlung von keinem Erfolg sein durfte, sonderndie geschichtliche Entwicklung die Gruppierung und Stellungnahme der